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Floß soll am 18. Juli in Rinteln am Weseranger anlegen / Flößerfest mit Mitmachaktionen geplant

100 Tonnen schwer, 40 Meter lang, 6 Meter breit

Rinteln (wm). Voraussichtlich am Freitag, 18. Juli, wird in Rinteln ein 100 Tonnen schweres, 40 Meter langes - das ist die Strecke von der Mittellinie bis zum Elfmeterpunkt - und sechs Meter breites Floß am Weseranger anlegen. Wo, das wusste auch Marktmeister Jürgen Pleitner bei der Vorstellung des Projektes im Rintelner Rathaus noch nicht - denn 100 Tonnen drücken jeden Schiffsanleger weg wie eine Streichholzschachtel.

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Und ob das 40-Meter-Floß zwischen zwei Buhnen passt, da wollte auch niemand Wetten entgegennehmen. Zurzeit soll also geprüft werden, schilderte Pleitner, ob man den Kanuanleger am Weseranger entfernt und dann die größte damit entstehende Lücke nutzt. Ein besonderes Spektakel ist die Floßfahrt, die vom 12. bis 26. Juli von Reinhardshagen nach Bremen gehen soll, sowieso. Initiiert hat die Aktion der gemeinnützige Verein "Büro am Fluss lebendige Weser", der damit Werbung für den Weserraum und besonders die Weser machen will. Gebaut werden soll das Floß in Reinhardshagen vom 9. bis 11. Juli, dort muss vor dem Stapellauf dann auch ein Schiffssachverständiger sein Okay geben. Die Floßmannschaft, schilderte Christian Schneider vom Büro am Fluss, wird aus zwölf Leuten bestehen. Drei Ruder müssen bedient werden - ein heikler Job, weil das Floß keinen eigenen Antrieb hat. Deshalb wird auch ein Begleitschiff der DLRG oder des Technischen Hilfswerks das Floß begleiten. Unterwegs sollen Gäste mit an Bord genommen werden und die Flößer wollen an den einzelnen Haltepunkten sogenannte "Oblasten" mit an Bord nehmen, das heißt typische Produkte der Region, schilderte Schneider. Wenn das Floß am 18. Juli gegen 15 Uhr in Rinteln anlegt, wobei man hier nicht die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn unterstellen sollte, wird es ab 18 Uhr ein großes Flößerfest geben. Mit der Floßfahrt, begeisterte sich Schneider, wolle man auch ein uraltes Gewerbe auf der Weser wieder erwecken - keine andere Transporttechnik konnte früher vergleichbare Mengen bewegen. Mit der Fließkraft des Wassers seien praktisch "ganze Wälder auf Reisen" gegangen. Die letzte gewerbsmäßige Stammholzverflößung gab es 1964, sechs Flöße passierten damals die Schleuse in Hameln - 1949 waren es noch 391 Flöße gewesen. Jetzt hoffen die Flößer nur auf genügend Wasserstand in der Weser - und da wir in modernen Zeiten leben, wird man die Floßfahrt tagesaktuell auch im Internet verfolgen können.

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