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Einwohner, Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie BUS-Chef Knigge sehen Projekt als Erfolg

100 Tage Umgehungsstraße – fast alle zufrieden

Bad Münder (st/mf). Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung der Eimbeckhäuser Umgehungsstraße ist gut ein halbes Jahrhundert verstrichen. Überglücklich war denn auch ein Großteil der Eimbeckhäuser, als am 22. Juli dieses Jahres Verkehrsminister Jörg Bode die Bake beiseite schob und der Verkehr endlich auf einem rund vier Kilometer langen Bogen um Eimbeckhausen herum fließen konnte. Morgen existiert die Umgehung seit genau 100 Tagen, und es gibt viele Gewinner – doch nicht alle sind glücklich über das größte Verkehrsprojekt Bad Münders in den vergangenen Jahrzehnten.

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Richtig zufrieden ist aber Horts Knigge, Vorsitzender der Bürgerinitiative Umgehungsstraße (BUS). „In den ersten Tagen nach der Inbetriebnahme der Umgehung hatte ich aufgrund der plötzlichen Ruhe im Dorf zwar ein Gefühl der Unsicherheit, aber das ist jetzt einem Gefühl von Stolz gewichen“, sagt Knigge. Lange – mehr als 15 Jahre – hätte die BUS gekämpft, um am Ende ihr Ziel zu erreichen. „Und zwar zu 100 Prozent. Eimbeckhausen ist lebenswerter geworden. Ich denke, das sehen auch alle anderen Eimbeckhäuser so. Man kann jetzt gefahrlos die Hauptstraße überqueren, ohne die Ampel nutzen zu müssen.“ Weil die BUS damit ihr Ziel vollständig erreicht habe, werde sie sich demnächst auflösen, kündigt Knigge an.

Für Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bodtmann ist das Thema noch nicht ganz abgeschlossen. Ihn beschäftigt jetzt die mögliche Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, die früher fast 15 000 Fahrzeuge täglich nutzten.

Mehr als zufrieden ist auch Markus Brockmann, Chef der Hamelner Dienststelle der Landesstraßenbauverwaltung. „Ich habe vom ersten Tag an nicht daran gezweifelt, dass dies eine Erfolgsgeschichte wird“, sagt er. Seit der Fertigstellung habe es weder Unfälle noch Beschwerden gegeben. „Alles läuft bestens“, urteilt Brockmann, räumt aber ein, dass es wie bei allen Großprojekten noch ein paar kleinere „Macken“ gebe. Dazu zähle jeweils an den beiden Ortsabzweigungen die Ampelschaltung. So springe das Lichtsignal derzeit automatisch für Linksabbieger um, auch wenn dort gar kein Fahrzeug warte. „Künftig werden wir das so steuern, dass die Ampel tatsächlich nur bei Bedarf reagiert“, kündigt Brockmann an.

Andreas Schmidt will seine Tankstelle in Eimbeckhausen zunächst behalten und abwarten, was passiert. Foto: oe

Bis zum Jahresende soll zudem geprüft werden, an welchen Stellen die derzeit gültige Tempo-70-Beschränkung aufgehoben werden kann. Das Geschwindigkeitslimit war zunächst wegen sogenannter Asphaltaufkantungen verhängt worden. Sie sorgen am Fahrbahnrand dafür, dass das Wasser bei größeren Niederschlägen nicht den frischen Boden wegspült. Sollte sich bei den Überprüfungen herausstellen, dass das Erdreich inzwischen ausreichend verwurzelt ist, kann laut Brockmann grünes Licht für Tempo 100 gegeben werden.

Doch es gibt auch noch Restarbeiten, die sich außerhalb der Öffentlichkeit abspielen. So muss die Behörde noch mit einigen Baufirmen abrechnen. Und schließlich sind auch noch nicht alle mit dem Projekt einhergehenden Grundstücksgeschäfte im Grundbuch eingetragen worden.

Weniger zufrieden mit der Leitung des Verkehrs um den Ort herum ist Andreas Schmidt, Tankstellen-, Werkstatt- und Bergungsdienstbetreiber aus Eimbeckhausen. „Bei der Tankstelle macht sich das schon bemerkbar, dass nur noch ein Bruchteil der Autos durch das Dorf fährt. Aber wir werden das erst einmal weitermachen und abwarten, wie es sich entwickelt.“ Die zweite Tankstelle am Ort, die des Betreibers Mönneke Mineralöle, wird in absehbarer Zukunft voraussichtlich an die Umgehungsstraße umziehen (wir berichteten). Imbissbetreiber Ahmad Abdi ist trotz des gesunkenen Durchgangsverkehrs noch ganz zufrieden mit seinem Geschäft. „Wir haben viele Stammkunden.“ Noch vor wenigen Wochen hatte er stärkere Einbußen befürchtet, aber da schien nur die Sommerflaute für ein etwas schlechteres Geschäft gesorgt zu haben.



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