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Bloß nicht das "Wasser marsch" vergessen: "Kuppel-Contest" der Feuerwehren

0,81 Sekunden entscheiden im Finale: Frauen können eben besser kuppeln

Möllenbeck (cok). Wenn die Freiwillige Feuerwehr auf den Dörfern ihre Feste feierte, dann gehörten immer auch Spaß-Wettbewerbe dazu. In Möllenbeck nun fand am vergangenen Freitag zum zweiten Mal ein "Kuppel-Contest" statt, als zeitgemäßes "Event" mit Popmusik, Spotlights und 21 flinken Teams aus ganz Deutschland, die so schnell wie möglich vier schwere Saugschläuche aneinander zu kuppeln und an eine Pumpe anzuschließen hatten.

Beim "Kuppel-Contest" gibt es nackte Haut zu sehen. Entscheidend

Jeweils fünf meistens junge Feuerwehrleute gehören zu einem Team. Sie tragen Uniform, Helme, Handschuh. Laut hämmern Chartsongs durch die Sporthalle, in der eine Teppich ausgelegt, in der Tische und Bänke aufgestellt sind und ein großes Schiedsrichterpult am Kopfende des eingezäuntes Kampffeldes mit seinen zwei Bahnen thront, wo vier Saugschläuche, ein Saugkorb und die dicke rote Pumpe darauf warten, möglichst in Rekordzeit miteinander verbunden zu werden. Höchste Konzentration ist gefragt. Die wirklich guten Mannschaften brauchen nur einen Klick, um die schweren Metallkupplungen der Schläuche ineinander zu drehen. Aber wenn die Teile nicht ganz gerade hinter einander liegen oder man die Kupplungen nicht genau in derselben Sekunde hochhebt und gleichzeitig eindreht, dann hakt es, die Metallteile rutschen ab oder, fast noch schlimmer, die "Halbschläge" der Leine sind viel zu locker, wenn die Truppe schon meint, alles bestens geschafft zu haben und den Zeitstopper drücken will. Die Prozedur hat durchaus einen praktischen Sinn und ist eng mit der echten Feuerwehrarbeit verbunden. Wenn das Löschwasser aus einem Teich gesaugt werden muss, dann benutzt man nicht den gerollten Schlauch, sondern eben diese Saugrohre, die formbeständig sind und deshalb nur die Länge von ein Meter sechzig haben dürfen, damit sie noch gut im Feuerwehrauto verstaut werden können. Das Sicherungsseil soll verhindern, dass Einzelteile, die sich lösen, auf Nimmerwiedersehen im Teich verschwinden. Jeweils zwei Teams treten beim "Kuppel-Contest" gegeneinander an. Dann stoppt die laute Musik, die Zuschauer kommen von Bratwurst- und Bierstand wieder in die Halle zurück und sammeln sich rund um die Absperrung, der Countdown läuft und an der Hallenwand flimmert groß per Videoanzeige die Sekundenzeit für jede Mannschaft. Die Stimmung in der Halle ist wirklich gut! Die Mannschaften aus den Dörfern rings um Rinteln kennen sich aus allerlei anderen Wettbewerben, und diejenigen aus entfernten Orten sind sich zum Teil schon auf anderen "Kuppel-Contests" begegnet. Überall wird geredet, gelacht, gefachsimpelt, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz streift ebenso durchs Publikum wie jede Menge Kinder von den Mini-Löschern, die ihre großen Kollegen bewundernd beobachteten. Auch Mädchen sind dabei, zum Beispiel im Team Hattendorf 3, das übrigens zu den Youngsters zählte und doch in erstaunlicher Souveränität gegen die erfahrene Rinteln-1-Mannschaft gewinnt. Als dann die Wettbewerbe beginnen, die internationalen Regeln und einem viel strengeren Ablauf folgen, tritt eine reine Frauenteam aus Bienenbüttel an, die ihr Duell in vollendeter Perfektion gegen die Heldenbergener Mannschaft gewinnen konnte und insgesamt souveräner Sieger blieb. Zur Freude der Organisatoren erreichten die Möllenbecker aber den zweiten und den dritten Platz. Auch im nächsten Jahr wird es einen "Kuppel-Contest" in Möllenbeck geben, und Mitorganisator Andreas Schlicht weiß schon jetzt, dass sich die Teilnehmerzahl noch vergrößern wird: "Die ganze Veranstaltung kam bei allen gut an!"



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