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Für Gastronom Christos Ntissios aus Bad Münder sind seine Griechen heute Abend krasser Außenseiter

„Wunder passieren nicht alle Tage“

Fußball (jab). Fototermin vor der „Alten Schmiede“ in Bad Münder. Eine der zahlreichen Deutschland-Fahnen, die am Fenstergitter angebracht sind, fällt herunter. „Ha, 1:0 für Griechenland“, ruft Christos Ntissios, dessen Familie das griechische Restaurant in Bad Münder betreibt, und lacht. „Ein Zeichen Gottes!“ So richtig glaubt er aber nicht an einen griechischen Sieg heute Abend im EM-Viertelfinale gegen Deutschland: „Wunder passieren nicht alle Tage“, sagt er.

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Vor acht Jahren gelang den Griechen in Portugal so ein Fußball-Wunder mit dem EM-Titel. In diesem Jahr hatten sie nicht viele auf dem Zettel. „Das Viertelfinale ist für uns ein großer Erfolg“, sagt Ntissios, „damit hat keiner gerechnet.“ Dass seine Landsleute den wohl unattraktivsten Fußball aller verbliebenen Teams spielen, lässt ihn kalt: „Mauerfußball ist erfolgreich, das hat doch auch Chelsea in der Champions-League gezeigt.“

„Karagounis ist nicht zu ersetzen“

Dennoch könnte er auch mit einem deutschen Sieg leben – vielleicht sogar besser: „Deutschland kann die EM gewinnen, für Griechenland wäre doch spätestens im Halbfinale Schluss“, sagt er, „aber man darf ja nicht vergessen, woher man kommt.“

Deshalb drückt Elke Hermann aus der Hobbykegler-Truppe der Alten Schmiede auch der DFB-Elf die Daumen, „ich bin aber auch nicht traurig, wenn Griechenland gewinnt“. Ihr liegt vor allem die gute und friedliche Stimmung am Herzen. Die ganze Kegelmannschaft hat sich angesagt, um in Ntissios‘ Restaurant das Spiel zu sehen. Viele andere auch, knapp 20 Griechen, „aber noch viel mehr Deutsche“, so der Wirt.

Er hat vorgesorgt: Deutsche und griechische Flaggen schmücken das Restaurant, die Bedienungen werden heute Schwarz-Rot-Gold und Blau-Weiß tragen – es soll eine Fußballparty werden, unabhängig vom Ergebnis. Aber sollte Griechenland gewinnen, „dann gibt‘s eine ganz große Feier“, verspricht Ntissios.

Es werde allerdings schwer, zumal den Griechen mit dem gesperrten Spielführer Georgios Karagounis, der sein Team mit dem Treffer gegen Russland erst ins Viertelfinale schoss, der wichtigste Spieler fehlt. „Er ist nicht zu ersetzen“, sagt Ntissios. „Karagounis ist das Herz der Mannschaft. Kein anderes Team hat einen Kapitän, der seine Mitspieler so pusht wie er. Das war schon 2004 mit Theodoros Zagorakis so.“



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