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Sebastian Witte aus Alvesrode spielte in Neuseeland Fußball für den Te Awamutu AFC

Wo die Winterpause nur ein Wochenende dauert

Fußball (jab). Früher hat Sebastian Witte höchstens mal zum Spaß gekickt. Am anderen Ende der Welt ist der Alvesroder aber auf den Geschmack gekommen: Während eines 17-monatigen Aufenthaltes in Neuseeland spielte der 22-Jährige für den Te Awamutu AFC. Zurück in der Heimat steht er jetzt auch für Concordia Alvesrode in der 4. Kreisklasse auf dem Platz.

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Witte ist gelernter Landwirt und besucht die Agrarfachschule. Zur Ausbildung gehört auch ein Praxisjahr. „Ich wollte ins Ausland, um mal was anderes zu sehen“, erzählt der Alvesroder. Eine Bekannte vermittelte ihn nach Neuseeland. Dort arbeitete er bei einem Milchbauern in Te Awamutu, einer Kleinstadt, etwa so groß wie Springe. „Als mal nicht viel zu tun war, sagte er, ich könnte ja mal zum Fußball gehen“, so Witte.

Gesagt, getan. Er schaute sich ein Spiel des örtlichen Klubs an, ging dienstags zum Training „und am Sonnabend habe ich das erste Mal mitgespielt“. So schnell geht das in Neuseeland. Witte kickte in der dritten Mannschaft des Te Awamutu AFC, die in der 3. Liga der Region Waikato auf der Nordinsel antritt. Das entspricht etwa dem Niveau der 4. Kreisklasse Hannover-Land, wo er jetzt spielt.

Während die weiteste Fahrt zu einem Auswärtsspiel für die Concorden allerdings nur knapp 20 Minuten dauert, dauerte die Anreise zu Wittes erstem Spiel für Te Awamutu zweieinhalb Stunden. Dafür geht es immer gesellig zu: „Die Heimmannschaften sorgen nach jedem Spiel für ein Essen für beide Mannschaften“, sagt der 22-Jährige.

Fußball ist in Neuseeland ein Exotensport. Rugby ist Sport Nummer 1 im Inselstaat. Nichts für zart Besaitete. „Fußball wird aber nicht so hart gespielt“, sagt Witte, „es gibt schnell Karten.“

Er begann im rechten Mittelfeld, wurde dann aber zum Verteidiger umgeschult – und machte sich so gut, dass ihn seine Mannschaftskameraden am Ende der Saison zum „Most Improves Player“ – den Spieler mit der besten Entwicklung – wählten.

Sechs Wochen reiste Witte durchs Land und hat dabei an Extremsportarten, für die Neuseeland bekannt ist, „alles mitgenommen: von Bungee-Jumping bis Fallschirmspringen“, erzählt er. Seit einigen Wochen ist er wieder zu Hause in Alvesrode, tauschte Neuseelands Sommer gegen die norddeutsche Kälte – und musste auch mit Spielausfällen leben. Die gab es in Neuseeland nicht. Da dauerte die Saison von Anfang April bis Mitte September. Eine Winterpause gab es auch. Witte: „Ein spielfreier Samstag.“

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