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Drei sieben- bis neunjährige Talente im Seniorenteam der Schulschachakademie am Deister

„Wenn die Kinder mit den Vätern ...“

Schach (jab). Am Sonntag steigt der dritte Spieltag in der Kreisklasse West. Und damit auch der dritte Spieltag für das neu gegründete Team der Schulschachakademie am Deister – die vermutlich ungewöhnlichste Mannschaft des Schachbezirks Hannover. Darin spielen nämlich drei Väter mit ihren Kindern.

Ein hoffnungsvolles Nachwuchstrio sorgt bei der Schulschachakademie am Deister für Furore: (v. l.) Jan Helmer (7), Alina Stecker

Das wäre beim Schach nicht weiter sensationell, hier ist es aber so: Die Kinder sind erst zwischen sieben und neun Jahren alt –¨und stehen gegen alte Hasen im „Spiel der Könige“ schon ihren Mann.

So hat Ole Reichelt (8) am vorigen Spieltag seine erste Partie gewonnen. Jan Helmer (7) holte zum Saisonauftakt ein Remis. Nur Alina Steckert (9) wartet noch auf ihre ersten Punkte, aber fünf Spieltage stehen ja noch aus.

Jan und Ole haben als Erstklässler in der Schulschach-AG von Jochen Krehnke, der ebenfalls zur Mannschaft gehört, in der Grundschule Bad Münder angefangen, Schach zu spielen. Jetzt gehen sie in die zweite Klasse und sind mittlerweile unterfordert – „dabei war die AG eigentlich für Schüler ab der vierten Klasse gedacht“, erzählt Jans Vater Andreas Helmer.

Bei Grundschulturnieren und der Jugendserie stellten sich schnell die ersten Erfolge ein. Bei Eltern-Kind-Turnieren, die Krehnke veranstaltete, kam dann die Idee, ein Team zu gründen. „Wir müssen die Kinder ja eh‘ immer fahren und warten. Da haben wir gesagt: Dann können wir auch eine Mannschaft aufmachen“, sagt Oles Vater Sven Reichelt.

Wie Andreas Helmer kannte er zwar die Schachregeln und hat sie seinem Sohn beigebracht – Turniere hatten beide bislang allerdings höchstens als Jugendliche gespielt. Wettkampferfahrung hatte unter den Vätern nur Michael Steckert, der bislang bei der Schachgemeinschaft (SG) Eldagsen/Bad Münder spielte.

Ortstermin beim Grundschulturnier in Bad Münder an der Friedrich-Ebert-Allee. Jan und Ole haben ihre Partien – allesamt erfolgreich – beendet. Jetzt sollen sie die Fragen des Reporters beantworten. Gar nicht so leicht, denn eigentlich würden sie lieber weiterspielen oder die noch laufenden Partien beobachten.

Was denn besonders schwierig am Schach sei, lautet eine Frage. Oles wenig überraschende Antwort: „Das Stillsitzen.“ Sven Reichelt lächelt. „Langes Spielen fällt ihnen schwer“, sagt er. Bei Erwachsenen dauere eine Partie meistens mindestens drei Stunden.

„Bei den Kindern ist oft nach 30 bis 60 Minuten Schluss. Sie müssen noch lernen, langsamer zu spielen und sich länger zu konzentrieren.“ Denn eigentlich stehen ihnen insgesamt zwei Stunden Bedenkzeit für 40 Züge zu. „Die sind nach so einem Spiel schon ganz schön kaputt“, sagt Andreas Helmer.

Was sie aber gut können: „Sich auf den Punkt zu konzentrieren“, so Helmer. Und: „Die Kinder lernen schnell, was sie sehen.“ Geübt wird zu Hause mit den Vätern und zweimal in der Woche in der Akademie mit Jochen Krehnke. Oles Stärke: „Wenn er im Vorteil ist, hat er eine klare Gewinnstrategie“, sagt Andreas Helmer. Jan sei an taktischen Feinheiten noch nicht interessiert, „er ist eher der Spielertyp, der zu Hause auch gerne mal fünf, sechs Partien hintereinander spielt“, so sein Vater.

Klar, dass die schachbegeisterten Kinder nicht nur im Seniorenteam der Schachakademie spielen. Alle sind auch in der U 12-Mannschaft aktiv, die immer einen Tag vor den „Großen“ im Einsatz ist. Da müssen die Väter auch den Fahrdienst übernehmen – nur mitspielen dürfen sie dann nicht.

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