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Was dem neuen Trainer des FC Eldagsen wichtig ist

ELDAGSEN. Die üblichen Phrasen sind nicht das Ding von Jens Möbes. Der neue Trainer des FC Eldagsen mag aber drastische Bilder. Seine Mission beim Fußball-Landesligisten, der zwar nicht in akuter, aber doch latenter Abstiegsgefahr schwebt, vergleicht Möbes etwa mit „einer Operation am offenen Herzen“.

Mag drastische Vergleiche: Jens Möbes. Foto: Haendel
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Er kann es aber auch etwas gemäßigter: „Allen muss bewusst sein, dass wir in einer schwierigen Situation sind“, sagt Möbes. Aus den letzten zehn Spielen holte der FCE nur fünf Punkte. Klar, dass Fußball dann irgendwann zur Kopfsache wird. „Da bist du als Trainer eher als Psychologe gefragt“, sagt Möbes, „musst versuchen, an die Jungs ranzukommen.“

Sechs Jahre trainierte Möbes den SV Gehrden, danach drei die SG Ronnenberg. In den vergangenen drei Jahren machte er als Cheftrainer Pause, zuletzt war er Teammanager und Co-Trainer beim TSV Barsinghausen. „Weil ich dort nicht in der Hauptverantwortung war, konnte ich kurzfristig in Eldagsen zusagen. Es gab keine schmutzige Trennung“, sagt der 51-Jährige.

Und dass die Wahl der Eldagsener auf ihn fiel, ist keine große Überraschung – denn es gibt private Verbindungen zum FCE-Vorsitzenden Karl-Heinz Westenfeld. „Wir haben eine gemeinsame Vergangenheit“, sagt Möbes, „wir haben tausend Mal gegeneinander gespielt und sind Freunde geworden.“ Dadurch kennt er auch schon Teile der Mannschaft. Ein Vorteil, denn: „In so eine geschlossene Einheit reinzukommen, ist unheimlich schwierig.“

Mannschaftliche Geschlossenheit ist eins der Grundprinzipien, nach denen Möbes arbeitet: „Jeder Spieler auf dem Platz hat Verantwortung, ich verlange von allen permanente Bewegung“, sagt er. Standards sind ihm wichtig: „Ein ruhender Ball ohne Gegnerdruck ist ein halbes Tor“, sagt Möbes.

Beim 0:5 in Steimbke am vorigen Sonntag hat er seine neue Mannschaft beobachtet. „Am Spielaufbau müssen wir arbeiten“, sagt er. Dafür war zuletzt vor allem André Gehrke zuständig. „Ihn muss man ein bisschen entlasten. Die anderen dürfen sich nicht zu sehr auf ihn verlassen und sagen: ‚André macht das schon‘. Er ist auch nur ein Mensch.“

Möbes hat sein Engagement in Eldagsen vorerst bis zum Ende der Saison begrenzt. „Ganz bewusst“, wie er sagt. Bevor er sich längerfristig bindet, will er die Mannschaft richtig kennenlernen, „denn es geht auch um meine Freizeit – die ist mir heilig“, sagt der Familienvater.

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