weather-image
Henrik Meyer aus Völksen hat eine steile Rugby-Karriere hingelegt – sein Ziel: Olympia 2020

Von Null auf Nationalspieler in drei Jahren

Völksen. In den Commonwealth-Staaten ist Rugby Nationalsport. In Deutschland spielen es nur wenige. Einer davon: Henrik Meyer. Es ist keine drei Jahre her, dass der 17-Jährige aus Völksen zum ersten Mal das Leder-Ei in der Hand hielt – seitdem hat er eine steile Karriere hingelegt. Im letzten Monat hat er an gleich zwei Nachwuchs-Europameisterschaften teilgenommen. An diesem Wochenende ist sein Verein, Germania List, Gastgeber für das Turnier um die Deutsche Jugendmeisterschaft. Und er hat noch hohe Ziele für seine Karriere: Herren-Nationalspieler will er werden, am besten im Siebener-Rugby. Diese Variante des Sports ist 2016 erstmals olympisch. „Das wird ein bisschen knapp – aber 2020 könnte man ja in Angriff nehmen“, sagt Meyer.

270_008_7713460_spo_rugby2.jpg
jan

Autor

Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Angefangen hat es bei ihm mit Fußball bei der JSG Deister-Süntel United in Nettelrede. „Ich war schon immer der körperliche, zweikampfstarke Typ“, sagt er. Als die Familie vor fast drei Jahren nach Völksen zog, wurde ihm der Weg zum Training zu weit. „Und ich wollte was körperlich stärkeres machen“, sagt der 17-Jährige. „Aber keinen Kampfsport, sondern Mannschaftssport.“ Also ging er beim VfR Döhren einfach mal zum Rugbytraining – und blieb dabei. Als die Döhrener kein eigenes U18-Team auf die Beine stellen konnten, wechselte er in die List.

Mit der Germania wurde er Niedersachsenmeister, mittlerweile spielt er ab und zu auch in der 2. Herren in der Regionalliga. Mit dem Bundesliga-Team trainiert er hin und wieder. „Das tut weh“, sagt er. Die U18 sei dagegen harmlos, das Training mit der 2. Herren sei daher genau richtig, um sich an die Härte zu gewöhnen.

Es ist viel erlaubt beim Rugby, um den ballführenden Spieler zu stoppen. Das macht den Sport so hart. „Blaue Flecken sind an der Tagesordnung“, sagt Meyer, „die Daumenkapsel ist auch sehr anfällig – und bei den Stürmern die Ohrläppchen.“ Die Offensivspieler stehen sich nach Unterbrechungen im so genannten Gedränge Schulter an Schulter – und eben Ohr an Ohr – nach Spielunterbrechungen gegenüber und kämpfen um den Ball. Da reißen die Ohrläppchen schnell mal ein. Für Meyer kein Problem – er ist Defensivspieler. „Aber eigentlich verteidigt jeder und jeder greift an – tackeln müssen alle.“ Die Stürmer, meist schwere, bullige Spieler, räumen in der Regel den Weg frei. „Sie sind die Muskeln des Teams, die Verteidiger der Kopf“, erklärt Meyer.

Zweimal in der Woche trainiert er im Verein, einmal mit der Auswahl. „Und da geht es nur um die Technik auf dem Platz – erwartet wird auch noch Fitnesstraining“, sagt er. In der Vorbereitung auf die Europameisterschaften – mit der U18 im traditionellen 15er-Rugby wurde er Dritter, mit der U19 im Siebener Fünfter – waren es zum Teil fünf Einheiten am Tag. Disziplin wird groß geschrieben. Meyer gefällt’s. Dass ein Training ausfallen muss, weil nicht genügend Spieler da sind, hat er beim Rugby noch nicht erlebt.

Dass es leichter ist in einer exotischen Sportart wir Rugby international zu spielen als beim Fußball, ist auch Meyer klar. Er weiß aber, dass mehr dazugehört: „Du wirst nicht Nationalspieler in drei Jahren, nur weil es wenige Rugbyspieler gibt“, sagt er, „ich habe mich in Hannover gegen Leute durchgesetzt, die schon viel länger spielen.“ An Selbstbewusstsein fehlt es ihm nicht – vielleicht führt es ihn ja zu Olympia 2020.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt