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Christian Raupach kommt „zufällig“ zum Bogensport / Im Eiltempo in die nationale Spitze marschiert

Vom Schnupperer zum Deutschen Meister

Bogenschießen. Er fand eher rein zufällig zum Sport. Er legte eine Blitzkarriere hin wie kein Zweiter. Er errang mit gerade einmal 18 Jahren die deutsche Meisterschaft im Einzel. Die Rede ist von Christian Raupach aus Feggendorf, Mitglied der Bogenabteilung im DSC Feggendorf.

Dreimal in der Woche trainiert Christian Raupach vom DSC Feggend

Autor:

Dieter Gömann

Vor eineinhalb Wochen hat der Gymnasiast, der für die kreiseigene SSG Wisent schießt, in Nordhausen den nationalen Titel bei den Junioren mit dem Compound-Bogen gewonnen. Damit schießt der Feggendorfer gerade einmal eineinhalb Jahre, nachdem er zuvor mit dem Recurve-Bogen geschossen hatte. Und dies von Anbeginn, als er sich im Jahre 2003 dem Bogensport verschrieben hatte. Zuvor hatte sich der damals 12-Jährige im Schützenverein vier Jahre lang dem Lichtpunktschießen verschrieben.

Rein zufällig kam Raupach zum Bogenschießen. „Als mein Verein seine Freianlage für das Bogenschießen mit einem Tag der offenen Tür einweihte, habe ich beim Schnupperschießen mitgemacht, hatte viel Spaß dabei, und so ist es auch heute noch.“

Vom Anfänger 2003 zum deutschen Meister 2009 – eine sportliche Blitzkarriere, die nicht nur seine Eltern und den DSC-Vorsitzenden Wilfried Mund fast die Sprache verschlagen. Die sportliche Entwicklung und die Steigerung seines Leistungsniveaus verlief so rasant, da musste Christian unbedingt seine eigene Sportausrüstung bekommen“, betont Vater Michael.

„Und der ist für mich nahezu mein Manager, ein Mädchen für alles, wie ebenso meine Trainer im Verein sowie auf Kreis- und Landesebene“, gibt der Gymnasiast bescheiden zu verstehen, ohne in der Stunde seines größten sportlichen Erfolges nicht jene Personen zu vergessen, die ihm auf dem Weg nach ganz oben zur Seite standen.

Das Equipment, um sportlich auf hohem Niveau erfolgreich schießen zu können, besteht aus dem Compound-Bogen, eingestellt auf 55 Pfund, sieben In-door-Pfeilen und 12 Out-door-Pfeilen. Dahinter verbirgt sich ein Materialwert von rund 2 000 Euro.

Und mit dieser Ausrüstung zieht der deutsche Juniorenmeister dreimal wöchentlich in das Leistungszentrum für Bogenschießen im Casalla-Park in Lauenau, trainiert seit zwei Jahren zweimal monatlich im Kreiskader und kommt, seitdem er mit Jahresbeginn 2009 dem Landeskader angehört, alle zwei Monate in Duderstadt mit den Besten aus Niedersachsen zum Training zusammen.

Damit aber nicht genug: Zu Hause in Feggendorf hat Vater Michael eine Scheune derart umfunktioniert, dass die beiden Söhne Christian und Lars ihre eigene Trainingsstätte für den Bogensport vorfinden.

Und mit ihren Leistungen haben beide auf ihre Art ihren Eltern „Dankeschön“ gesagt. Es war immerhin der 15-jährige, der mit der Bronzemedaille bei den deutschen Hallenmeisterschaften im vergangenen Jahr in Hanau seinen drei Jahre älteren Bruder angestachelt hatte, noch mehr zu trainieren.

Das Ergebnis: Nach sechs Monaten der Umstellung vom Recurve- auf den Compound-Bogen belegte der Gymnasiast den vierten Platz bei der Landesmeisterschaft 2008, errang den Titel in diesem Jahr mit neuem Landesrekord, den er wenig später bei der deutschen Meisterschaft um drei Ring auf nunmehr 577 Ring verbesserte.

Beim Blick in die nahe Zukunft verrät der 18-Jährige seine nächsten Ziele: die Teilnahme an den verschiedenen Ranglistenturnieren, die erfolgreiche Qualifikation für die Titelkämpfe auf Landes- und Bundesebene – und dies alles in der Out-door-Saison.

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