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Dirk Wijnen pfeift in der Regionalliga / „Mut, auch mal unangenehme Entscheidungen zu treffen“

Völksens Schiri-Solist ist die Nummer 1 im Kreis

Fußball (jab). Der SC Völksen ist mit Schiedsrichtern nicht gerade reich gesegnet. Ein einziger Unparteiischer pfeift für die Grün-Schwarzen – und der ist ein in Hannover lebender Emdener. Dafür ist Dirk Wijnen aber der Top-Referee des Kreisverbandes Hannover-Land. Der 27-Jährige leitet Spiele bis zur Regionalliga, in der 3. Liga ist er als Assistent unterwegs.

Verbandsschiedsrichter in Diensten des SC Völksen: Dirk Wijnen.

Angefangen hat Wijnen seine Schiri-Karriere als 16-Jähriger bei Frisch Auf Wybelsum in Ostfriesland. Als er vor drei Jahren einen Job in Hannover annahm, suchte er einen Klub in der Nähe. Kevin Kursawe, der Sohn eines Arbeitskollegen, brachte ihn mit nach Völksen – als Spieler. „Er war ein ganz ordentlicher Manndecker“, so SCV-Spartenleiter Hannes Berger. Wijnen selbst sieht es etwas anders: „Spielerisch war ich nie sonderlich effektiv.“

Mittlerweile tritt er nicht mehr selbst gegen den Ball. „Ein gewisses Verletzungsrisiko ist da. Und es wird nicht gern gesehen, wenn ich ein Spiel, das ich leiten soll, absagen muss wegen einer Fußballverletzung.“ Außerdem: „Die Perspektive, als Schiedsrichter aufzusteigen, war höher als als Spieler.“

Als Assistent hat er es immerhin schon in den bezahlten Fußball geschafft. Da wird schon genauer auf die Leistung geachtet, auch von den Medien. „Die Zeitlupe“, sagt Wijnen, „distanziert den Profifußball von den unteren Ligen.“ Mittlerweile ärgert es ihn nicht mehr, wenn Situationen durch Superzeitlupen und Standbilder aufgedröselt werden, die er in einem Sekundenbruchteil erfassen muss. „Man muss damit leben, dass man als Assistent auch mal daneben liegt“, sagt er. Auch mit etwaigen Pfiffen der Zuschauer kann er leben: „Die richten sich ja meist nicht gegen die Person, sondern gegen das Amt des Schiedsrichters.“

Körperliche und geistige Fitness, der Spaß am Spiel und der Spaß am Entscheiden zeichnen einen guten Unparteiischen aus, so Wijnen: „Und der Mut, auch mal unangenehme Entscheidungen zu treffen.“ Die besten Spiele sind die, „bei denen hinterher keiner was von mir will“, sagt er.

2007 leitete Wijnen in Braunschweig die Partie Ungarn gegen Südkorea bei der WM der geistig Behinderten – einer der Höhepunkte seiner Karriere: „Da waren 14 000 Menschen im Stadion, eine unglaubliche Stimmung.

Und wann steigt er als Schiri in die 3. Liga auf? Wijnen lässt sich Zeit: „Die Luft wird an der Spitze immer dünner“, sagt er. Insgesamt nur 60 Referees pfeifen in den deutschen Profiligen. „Mir macht es in jeder Liga Spaß“, sagt Wijnen. „Das Ziel ist immer das nächste Spiel.“ Sein nächster Einsatz als Assistent ist übrigens das heutige Testspiel von Hannover 96 gegen Vitesse Arnheim.

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