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Springer ist Topscorer beim VfL Hameln

Verletzungspech kann Thomas nicht stoppen

Basketball. Angefangen, Basketball zu spielen, hat Timo Thomas beim TSV Barsinghausen. Seit einigen Jahren lebt der 30-Jährige in Springe, nur einen Steinwurf entfernt von der Halle des Schulzentrums Nord, wo der BC Springe seine Heimspiele austrägt. Klar, dass er kurz vor Weihnachten dabei war, als die Springer die Barsinghäuser zum Bezirksliga-Derby empfingen – allerdings nur als Zuschauer. Dabei würde er beiden Teams gut zu Gesicht stehen – in der Bezirksliga wäre er allerdings deutlich unterfordert. Seit mittlerweile elf Jahren spielt Thomas für Regionalligist VfL Hameln, in der Rückrunde der vergangenen Saison gab er gar ein Gastspiel bei ProA-Zweitligist UBC Tigers Hannover.

Ein Springer in Diensten des VfL Hameln: Timo Thomas hat den besten Punkteschnitt der 2. Regionalliga Nord-West.

Autor:

Jan-Erik Bertram

„Ich hatte in Hannover schon länger mittrainiert“, erzählt Thomas, der als Schüler des Springer Wirtschaftsgymnasiums vor zwölf Jahren seine jetzige Frau kennenlernte und so die Deisterseite wechselte. Seine Hamelner Kumpels wollte er aber nicht im Stich lassen. Erst als klar war, dass der VfL weder mit dem Auf- noch dem Abstieg in der 2. Regionalliga etwas zu tun bekommen würde, entschied er sich doch für das Abenteuer 2. Bundesliga.

Den Sprung von immerhin drei Ligen meisterte der 1,89 Meter große Flügelspieler problemlos. Stammspieler war er zwar nicht, „weil auf meiner Position starke Amerikaner spielten“, wie er sagt. Wenn er aber zur Entlastung für die Stammkräfte eingewechselt wurde, überzeugte er. 5,5 Punkte erzielte er im Schnitt in seinen acht Spielen für die UBC Tigers.

„Es war eine schöne Zeit“, sagt Thomas, der an einer Grund- und Hauptschule in Hameln unterrichtet. Nur an die langen Auswärtsfahrten erinnert er sich nicht so gern zurück – außer an eine. Beim 85:77-Erfolg bei Bayern München im März erzielte er satte 14 Punkte und hatte keinen Fehlversuch. Weil am nächsten Tag schulfrei war hatte er außerdem noch Zeit für Sightseeing mit seiner Frau Yvonne.

Jetzt ist er zurück in Hameln – und vom Verletzungspech gebeutelt. Ein Daumenbruch kostete ihn die Vorbereitung, es folgten ein Nasenbeinbruch, eine Blessur am anderen Daumen, eine schwere Erkältung. „Ich konnte bisher vielleicht achtmal trainieren“, sagt er. Dennoch liegt er mit 184 Punkte auf Platz 4 der Scorerliste der 2. Regionalliga Nord. Sein Schnitt von 23 Punkten ist in der Liga sogar der Beste.

Dabei kam er durch einen Kumpel als 15-Jähriger relativ spät zum Basketball. Beim TSV Barsinghausen spielte er seinerzeit auch mit dem heutigen Springer Spielertrainer Joachim Wolff zusammen. Sein früherer Barsinghäuser Coach erkannte Thomas‘ Talent aber früh und schickte ihn nach Hameln, um sein Potenzial auszuschöpfen. Beim VfL ist Nicu Lassel nun mittlerweile seit elf Jahren sein Trainer. „Bei ihm habe ich mich erst richtig entwickelt“, sagt Thomas. Auch die Mannschaft hat sich seitdem kaum verändert.

Kein Wunder also, dass Thomas lieber beim VfL, aktuelle Fünfter der 2. Regionalliga Nord-West, bleibt, als den großen Aufwand in der 2. Liga auf sich zu nehmen, zumal in Hameln auch das Publikum voll und ganz hinter dem Team steht – mit knapp 400 Zuschauern pro Spiel sind die Hamelner Zuschauerkrösus der Liga. Nicht schlecht für Basketball, das in Deutschland „immer noch ein absoluter Randsport“ ist, so Thomas.

Wegen seiner Verletzungen und weil er so dicht an der Halle wohnt, hat er zuletzt öfter Mal beim Training des BC Springe vorbeigeschaut – bei den Punktspielen wird er dort aber weiterhin höchstens als Zuschauer dabei sein.



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