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TuSpo-Fußballer in der Talsohle

Zu ihren Glanzzeiten hatten die Fußballer der TuSpo Bad Münder fünf Herrenmannschaften gemeldet. Noch vor wenigen Jahren waren im Nachwuchsbereich alle Altersklassen mit eigenen Teams besetzt. Heute gibt es noch ein C-Junioren- und eine Ü40-Mannschaft. Die Kreisliga-Herren haben die Münderaner vorige Woche abgemeldet.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Am vorigen Donnerstag brach das fragile Gebilde Herrenfußball bei der TuSpo zusammen. Es sollte der Start in die Vorbereitung werden – stattdessen erklärte Spielertrainer Hakan Atangüc seinen Rücktritt. „Ich liebe die TuSpo, aber ich habe es beruflich nicht mehr geschafft“, sagt der 31-Jährige, „halbe Sachen wollte ich nicht machen.“ Dass viele Spieler das anders sehen kam für ihn noch dazu. Atangüc wollte schon früher Schluss machen, aber Wolfgang Heller, seit dem Rücktritt von Peter Böhm vor zwei Jahren kommissarischer Spartenleiter, konnte ihn zum Bleiben überreden – aber nur kurz.

„Wir haben das Treffen zum Anlass genommen, mal durchzuzählen, wie viele Spieler eigentlich noch da sind“, so Heller. Es waren nur noch neun – die gaben Heller den Auftrag, die Mannschaft abzumelden. Das tat Heller noch am gleichen Abend.

Dass es schwer werden würde, eine weitere Saison zu überstehen, war klar. „Aber dass es so kommt, war nicht abzusehen“, sagt Heller. Er hofft, dass es bald wieder Herrenfußball gibt bei der TuSpo, „dann aber ohne mich“, sagt er. Auch Heller hätte schon längst aufgehört, wäre Atangüc vor drei Jahren nicht Trainer geworden.

Das Problem: Die beiden kümmerten sich nach Böhms Rücktritt fast alleine um den Herrenfußball. „Ihnen wurde zu viel aufgebürdet“, sagt der TuSpo-Vorsitzende Helmut Burdorf. „Eine ganze Reihe von Spielern interessiert sich ausschließlich dafür, zu spielen“, sagt er. Engagement abseits des Platzes? Fehlanzeige.

Dem kann Aljoscha Reiss, einer der übrig gebliebenen Spieler, nur zustimmen. „Es ärgert einen, wenn fünf, sechs Leute alles machen“, sagt er. Deshalb habe man sich von einigen Spielern trennen wollen, so Reiss, der etwas verbittert hinzufügt: „Es zeigt sich jetzt aber, dass man die anderen doch auch braucht.“ Der „harte Kern“, so Reiss, wolle in Kontakt bleiben und sich weiter regelmäßig treffen, „in der Hoffnung, dass wir nächstes Jahr vielleicht wieder was starten können“. Er selbst wenigstens wird sich zunächst aber einem anderen Verein anschließen.

Der eigene Nachwuchs lässt noch auf sich warten. Die TuSpo-A-Jugend wird voraussichtlich auch abgemeldet, weil einige Spieler kurzfristig den Verein verlassen. Damit gibt es derzeit nur noch die C-Junioren. Da laufe es so gut, „dass wir auch zwei Mannschaften melden könnten“, so Burdorf. Es mangele allerdings an Betreuern.

Der Vorsitzende hat die Hoffnung, dass die verbliebenen Spieler die frei gewordene Zeit nutzen, um sich im Jugendbereich zu engagieren. „Der Verein finanziert die Trainerausbildung“, sagt er. Unterstützung käme zudem von den Bundesfreiwilligendienstlern. „Ich bin gar nicht so pessimistisch“, so Burdorf.



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