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Trockenheit nervt auch die Fußballer

SPRINGE/BAD MÜNDER. Es ist kaum ein Jahr her, da fielen die ersten Fußballspiele wegen sintflutartiger Regenfälle aus. Zu viel Wasser – das Problem zog sich durch die gesamte Saison. Was damals zu viel runter kam, kommt heute zu wenig. Die Fußballplätze brauchen dringend Wasser – aber woher?

Rasensprenger sind gefragt – wie hier auf dem B-Platz des FC Springe an der Harmsmühlenstraße. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Der Platz beim SC Bison war das große Thema bei der Springer Stadtmeisterschaft – vertrocknet, knüppelhart, holprig. „Wir haben nicht die technischen Möglichkeiten, ihn zu beregnen“, sagt Trainer Bernd Porcarelli. „Warum sprechen sie nicht einfach die Feuerwehr an?“, war die Frage der genervten Spieler, die bei jeder Grätsche großflächige Schürfwunden riskierten. Aber so einfach ist es nicht. „Wir stehen für so etwas nicht zur Verfügung“, sagt Daniel Sundermacher, der Sprecher der Springer Feuerwehr, „Wasser kostet ja auch Geld.“

Davon kann Karl-Heinz Westenfeld ein Lied singen. Damit beim Baumgarten-Cup der Platz in sattem Grün stand, wässerte der Vorsitzende des FC Eldagsen den Rasen im Heinrich-Mund-Stadion jeden Tag, „das hat aber auch 800 Euro gekostet“, sagt er.

Der FCE-Platz gehört dem Verein, aber auch um die Bewässerung der städtischen Flächen kümmern die Klubs sich in Eigenregie. Die Stadt stellt die Gerätschaften zur Verfügung. „Aber du kommst gegen die Trockenheit kaum an, selbst wenn zwei Rasensprenger den ganzen Tag laufen“, sagt Markus Heitmüller, Spartenleiter des SC Völksen.

Ähnliche Probleme wie die Bisons hat der TSV Gestorf mit seinem vereinseigenen Platz: „Wir liegen ziemlich am Ortsende und haben keine Druckerhebungsanlage. Wenn wir einen Hydranten aufstellen, sind einige Haushalte im Dorf ohne Wasser“, sagt Trainer Peter Baron. Zwar liege unter dem Platz eine Zisterne, „aber da läuft ja im Moment nichts rein.“ Also wird nur das kleine Trainingsviereck bewässert.

In Bad Münder sind alle Sportplätze städtisch. Gewässert wird dort allerdings nur die Anlage der SGF Flegessen. „Wegen der besonderen Bauweise“, sagt der SGF-Vorsitzende Karsten Gelhaar. „Er braucht viel Wasser, sonst verbrennt er – und davon würde er sich nicht erholen.“

„Ansonsten beregnen wir nicht. Die Platzpflege ist Sache der Vereine und bislang hatten wir keine Anfragen“, sagt Dirk Hitzemann von der Stadt Bad Münder.

Einfallsreichtum hat der VfB Eimbeckhausen bewiesen und die Ortsfeuerwehr zu einem Übungsabend auf den Sportplatz eingeladen – dabei hat der Rasen ordentlich Wasser bekommen. „Aber damit es was bringt, müsste man das viel öfter machen“, sagt der VfB-Vorsitzende Peter Dahlschen.



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