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Eldagsens Manndecker gegen Sachsenhagen in der Startelf?

Timmermann: Der Spätstarter im Leistungshoch

Fußball (jab). „Er ist ein Exzentriker, nicht immer einfach, aber man muss ihn nehmen, wie er ist.“ So charakterisierte Karsten Bürst, Trainer des FC Eldagsen, nach dem Bezirksliga-Titelgewinn in der vergangenen Saison Manndecker Benjamin Timmermann. Dass das so ist, zeigte sich in dieser Serie. Der 20-Jährige verpasste wegen persönlicher Probleme die Vorbereitung und die ersten Spiele. „Ich hatte null Bock“, sagt der Manndecker. Erst Anfang September stieg er ins Training ein. Im Derby gegen den FC Springe fand er sich drei Wochen später wegen der Verletzung von Yannik Gronau überraschend in der Startelf wieder – und erzielte prompt beide Tore beim 2:1-Erfolg. Nach den Verletzungen von Adrian Gottschalk und Florian Siuts darf er wohl auch am morgigen Sonnabend (16 Uhr) im Heimspiel gegen Victoria Sachsenhagen wieder von Beginn an ran. „Er hat sensationell gut trainiert“, sagt Bürst.

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Nach seinem Doppelpack gegen Springe „habe ich mich natürlich selbst gefeiert“, sagt Timmermann, „aber ich hebe nicht ab.“ Am Wochenende drauf half er wieder in der Zweiten aus, beim 3:0 in Holzminden wurde er eingewechselt. „Die beiden Siege gegen Springe und Holzminden waren wichtig“, sagt er. „Wir sind oben noch gut dabei und die nächsten Spiele sind machbar.“

Das weiß auch Bürst, der aber vor der Partie gegen den Vorletzten warnt: „Sachsenhagen hört sich so leicht an, ist aber schwerer zu spielen als Springe oder Holzminden.“ Im Derby und beim Titelfavoriten sei die Motivation von alleine höher. „Aber auch Gegnern von unten müssen wir den Schneid abkaufen. Das geht nicht von alleine.“

Große Sorgen muss er sich freilich nicht machen. Seine Elf hat enormes Selbstvertrauen, steht hinten sicher, „weil die Abwehr bei uns schon vorne anfängt“, schwärmt Bürst, „alle arbeiten defensiv“. Und sein Kader füllt sich wieder. Nicht nur Timmermann ist wieder dabei, auch Stürmer „Christian Marx ist im Kommen“, so der Coach. Till Engelhardt saß zuletzt wieder auf der Bank und auch Heinrich Eicke hat Bürst noch in der Hinterhand. „Ein Rädchen greift momentan ins andere, jetzt versuchen wir, eine kleine Serie hinzulegen“, so Bürst.

„Wir haben keinen Druck, dass wir was erreichen müssen“, sagt Timmermann, „aber ich glaube, es geht noch was.“ Warum? „Wir spielen guten Fußball und sind eine verschworene Gemeinschaft.“ Das habe er schon gemerkt, als er zum ersten Mal in Eldagsen beim Training vorbeigeschaut hatte. Sein Kumpel Marius Westenfeld brachte den Münderaner vor knapp zwei Jahren mit, der erst mit zwölf Jahren bei der TuSpo Bad Münder mit dem Fußball spielen begonnen hatte. In der C-Jugend wechselte er zum HSC BW Tündern, mit dem er in der B-Jugend Niedersachsenliga-Meister wurde. Danach hörte er allerdings auf, weil sich Fußball in Tündern und Schule in Springe kaum noch miteinander verbinden ließen.

So exzentrisch, wie Bürst ihn beschreibt, mag Timmermann nicht sein. Ein unkonventioneller Typ ist er aber allemal. Schauspieler wollte er werden, mehrere Schauspielschulen lehnten ihn nach seinem Abi jedoch ab. Stress machte sich der Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen (Timmermann: „Ich bin in Eldagsen der Quoten-Schwarze“) deswegen nicht. Er verdiente sich sein Geld mit Aushilfsjobs, seit Kurzem macht er ein Praktikum, das er für einen Ausbildungsplatz in der Werbebranche braucht. Er lässt das Leben auf sich zukommen. Worauf sich sein Trainer allerdings verlassen kann: Wenn Timmermann spielt, bringt er fast immer Leistung.



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