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Nur ein Jugendlicher geht bei den 32. Offenen Hallen-Stadtmeisterschaften der TuSpo an den Start

„Tendenz zur immer jüngeren Veranstaltung“

Leichtathletik. Heinrich Hölscher schwärmt. „Wie der über die Bahn schwebt, ganz ohne Anstrengung – das wird mal ein ganz Großer“, sagt der altgediente Trainer des MTV Messenkamp. Er meint Elias Hlawatczek, der gerade seinen 36-Meter-Lauf in 6,9 Sekunden gewonnen hat. In der Gesamtwertung der achtjährigen Schüler bei den offenen Hallen-Stadtmeisterschaften, die die TuSpo Bad Münder jetzt zum 32. Mal ausgerichtet hat, wird Elias damit Dritter.

Kompletter Medaillensatz: Mit dem Schlagball wurde Mara Opitz bei den zehnjährigen Schülerinnen Dritte. Den 600-Meter-Lauf gewan
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Um mal ein Großer in der Leichtathletik zu werden, muss er noch viel trainieren – und lange dabei bleiben. Das, so hat es sich auch in Bad Münder gezeigt, ist das große Problem der Leichtathletik im Allgemeinen und der Stadtmeisterschaft im Speziellen: „Die Tendenz geht zu einer immer jüngeren Veranstaltung“, sagt Thomas Webner, stellvertretender Abteilungsleiter der TuSpo.

Die meisten der knapp 125 Teilnehmer in diesem Jahr starten in den C- und D-Schülerklassen, sind also noch keine zwölf Jahre alt. Einziger Jugendlicher Starter war Webners Sohn Alexander, der mit 16 Jahren schon ein alter Hase in der Leichtathletik ist, aber noch Lust hat – bei vielen ist das anders.

„Man spezialisiert sich mit elf, zwölf Jahren“, sagt Thomas Webner, „da sind viele Kinder schon vier, fünf Jahre dabei. Dann merken sie, dass sie bestimmte Abläufe immer wiederholen und an Feinheiten feilen müssen, um besser zu werden“, sagt Thomas Webner. Dazu kämen der höhere Leistungsdruck in der Schule und viele andere Aktivitäten.

So schnell sie können: Jannis Pfister vom LAV Springe (l.) und Tobias Scharf von der LG Weserbergland beim 36-Meter-Sprint.

Viele Kinder hätten schon im Grundschulalter Leistungsdruck, „es gibt viele wettkampforientierte Eltern“, sagt Webner. Seine Schlussfolgerung: „Eigentlich müsste man mit den Wettkämpfen erst später anfangen“, sagt er. Ein Dilemma, denn auch bei den Stadtmeisterschaften sind schon Vierjährige am Start. „Das soll aber auch eine familiäre Veranstaltung sein“, sagt Webner. Die meisten Kinder würden mindestens noch einen Erwachsenen mitbringen, „das Haus ist voll“, so Webner – auch diese Werbung braucht die Leichtathletik.

Dazu tragen freilich auch die Leistungen der Athleten bei. Etwa vom elfjährigen C-Schüler Lennart Granzow: Der warf den Schlagball geschätzte 42 Meter weit. Genau zu messen war das nicht – denn von der Abwurfmarke zum gegenüberliegenden Ende der Halle sind es nur 39 Meter.



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