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Suche nach einem Nachfolger bleibt erfolglos

SPRINGE. Hunderte Springer hat Marlis Bormann in den letzten Jahren zu sportlichen Leistungen angetrieben, hat ihnen geholfen, später mit Gold, Silber oder Bronze vom Platz zu gehen. Doch so motiviert und hartnäckig die 75-Jährige ihr Amt als Sportabzeichen-Obfrau ausgeübt hat, so resigniert nimmt sie jetzt Abschied.

„Ich habe keine große Hoffnung mehr, dass sich in letzter Minute noch jemand findet“, sagt Marlis Bormann, Springes scheidende Sportabzeichen-Obfrau. Foto: Scheffler
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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Denn es gibt niemanden, der in ihre Fußstapfen treten will.

Alles deutet darauf hin, dass die Sportabzeichen-Verleihung am Freitagabend in der „Alten Herberge“ die letzte ihrer Art ist. Damit geht eine 51-jährige Ära zu Ende. Der Jahresplan mit den Übungsterminen 2018 hat keine Bedeutung mehr – auf dem Sportplatz am Schulzentrum Süd bleibt es künftig mittwochabends und sonntagvormittags leer.

Für Marlis Bormann ist der Abschied doppelt bitter. Seit mehr als einem Jahr bemüht sie sich um einen Nachfolger, um sich jetzt aus gesundheitlichen Gründen verabschieden zu können. Das Problem schien im Sommer gelöst. Doch der designierte neue Sportabzeichen-Obmann sagte Ende September überraschend aus privaten Gründen ab. Die Suche begann von Neuem.

Kurz vor Weihnachten, erzählt Bormann, sei es ihr und ihren Mitstreitern dann gelungen, einen 64-jährigen Springer für die sportliche Sache zu begeistern. Erleichtert radelte Bormann durch Springe und verteilte die Terminplaner für 2018.Bei der Verleihungsfeier wollte sie ihren Nachfolger offiziell vorstellen und verkünden: „Es geht doch weiter! Alles wird gut.“

Doch Pustekuchen. Als sich der Neue vor einer Woche beim Regionssportbund in Hannover vorstellte, erfuhr er, dass er die technischen Auflagen nicht erfüllen kann: Er hat keinen Internetanschluss, der aber mittlerweile Voraussetzung ist, um regelmäßig Daten zu übermitteln. Ein Problem, mit dem sie nicht rechnen konnte, meint Bormann. Ihr sei bis zuletzt zugestanden worden, die Unterlagen schriftlich einzureichen.

„Ich habe keine große Hoffnung mehr, dass sich in letzter Minute noch jemand findet“, sagt Marlis Bormann. „Aber natürlich werde ich in meiner Ansprache am Freitag darum bitten, dass noch einmal jeder in sich geht.“ Zwar ist das Amt nicht im Vorbeigehen erledigt – und noch dazu ein wahres Ehrenamt, für das es keine Aufwandsentschädigung gibt – andererseits fehlt der Springer Sportabzeichen-Gruppe nur die Spitze.

Ein neuer Stützpunktleiter könnte auf ein eingespieltes Team von elf Übungsleitern zurückgreifen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen. „Damit sind wir gut aufgestellt“, so Bormann, die zusagt, sich künftig ebenfalls als Abnehmerin zu engagieren. Und Hobby- und Vereinssportler, die den Platz regelmäßig mit Leben füllen, gibt es in der Deisterstadt ebenfalls ausreichend.

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