weather-image

Strukturen sind schon zweitligareif

Wilhelmshaven. Vier Punkte Vorsprung hat Tabellenführer Wilhelmshavener HV schon auf die HF Springe, den einzigen ernst zu nehmenden Konkurrenten im Aufstiegskampf der 3. Handball-Liga Nord. Am Sonnabend (18 Uhr) kommen die verlustpunktfreien Wilhelmshavener zum Topspiel an die Harmsmühlenstraße. Gewinnen sie, können sie bereits für die 2. Liga planen – oder? „Das würde ich nicht sagen“, bremst WHV-Coach Christian Köhrmann, „man hat es ja letzte Woche gesehen, dass auch Mannschaften wie Großburgwedel, die unten stehen, stark genug sind, um Teams wie Springe Punkte abzunehmen. Wir haben noch 14 schwere Spiele vor uns.“ Allzu tief will Köhrmann aber auch nicht stapeln. „Wir werden selbstbewusst auftreten und möchten unser Polster auf Springe vergrößern“, sagt er.

270_008_7662966_HF_Springe.jpg

Die Dominanz der Wilhelmshavener bislang ist beeindruckend. Im Hinspiel gegen Springe schon am zweiten Spieltag mag ihnen zugutegekommen sein, dass die HF damals noch nicht eingespielt waren. Anders als die Springer ließen sie aber auch später keine Punkte liegen – das war in der vorigen Saison noch anders.

„Mit vielen Spielern arbeiten wir schon lange, zum Teil seit zwei, drei Jahren“, sagt Köhrmann, „wir hatten Zeit, das Team zu bilden.“ So gab es vor dieser Saison nur wenige Umstellungen. Torwart Christoph Dannigkeit ist nun Co-Trainer, für ihn steht Adam Weiner zwischen den Pfosten. Der ehemalige polnische Nationalkeeper spielte in der vorigen Saison noch unter Trainer Sven Lakenmacher bei der Burgdorfer Bundesliga-Reserve – zu Wilhelmshavener Erst- und Zweitliga-Zeiten hatte er Anfang der 2000er-Jahre bereits neun Jahre am Jadebusen gespielt. Mit Kreisläufer und Abwehrchef Steffen Köhler kehrte zudem ein echter Wilhelmshavener von Vorjahresaufsteiger Henstedt-Ulzburg zurück.

Was dem WHV bislang auch in die Karten spielt: Langwierige Verletzungen hat es bislang nicht gegeben. „Toi toi toi“, sagt Köhrmann, dem elf Feldspieler zur Verfügung stehen – zwei weniger als seinem Springer Pendant Lakenmacher.

Bis vor dreieinhalb Jahren spielten Wilhelmshaven in der 2. Liga. Als sie eingleisig wurde, verzichteten die Norddeutschen auf die Lizenz. „Wir haben den Handball danach umstrukturiert“, sagt Köhrmann, der kurz nach Beginn der Saison 2011/12 zunächst Spielertrainer wurde, mittlerweile aber nur noch auf der Bank sitzt. Der WHV setze nun mehr auf Eigengewächse. Neben Köhler seien vier weitere Spieler dabei, die in Wilhelmshaven aufgewachsen sind. Die Routiniers Weiner und Oliver Köhrmann, der vor der vorigen Saison aus Großwallstadt zurückkehrte, seien ebenfalls stark mit der Stadt verbunden.

Zudem gelte das Motto „Handball und...“. Profis gibt es nicht im WHV-Kader, alle Spieler arbeiten oder studieren nebenbei. Fast alle würden aber von ihren Arbeitgebern für zwei bis drei Vormittagstrainings in der Woche abgestellt, sagt Köhrmann – die Strukturen in Wilhelmshaven sind schon jetzt zweitligareif.

„Der Aufstieg ist noch in weiter Ferne“, sagt der Coach, der sich jetzt erstmal auf das Spitzenspiel freut: „Springe ist ein starker Gegner. Wir haben großen Respekt.“jab



Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt