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Springes 1b-Team schlägt den Spitzenreiter

Springe. Was für ein Handballfest zum Start in den Advent: Die HF Springe haben das Drittliga-Topspiel gegen den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter SV Henstedt-Ulzburg überraschend deutlich mit 32:24 (17:13) gewonnen – und das mit einer 1b-Mannschaft. Die zeigte allerdings in der mit fast 600 Zuschauern ausverkauften Halle an der Harmsmühlenstraße über 60 Minuten Teamgeist. „Darüber freue ich mich am meisten“, so HF-Coach Holger Schneider. Die Springer sind mit dem Sieg wieder bis auf einen Zähler an Henstedt herangerückt.

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Kreisläufer Arek Bosy brachte die Hausherren nach 63 Sekunden in Führung – die die Springer in den folgenden 59 Minuten dank einer disziplinierten Leistung behaupteten. Dass Bosy in der 20. Minute bereits seine zweite Zeitstrafe kassierte und fortan nur noch im Angriff eingesetzt wurde, brachte die HF ebenso wenig aus dem Konzept, wie die Rote Karte gegen den gut aufgelegten Fabian Hinz kurz vor der Pause. Hinz hatte SVHU-Torwart Jan Peveling beim Siebenmeterversuch am Kopf getroffen – eine regelkonforme, aber harte Entscheidung.

Der seit langem verletzte Spielgestalter Jannis Fauteck und der gesperrte Daniel Deutsch fehlten ohnehin, der angeschlagene Janis Helmdach kam nach Bosys Zeitstrafen nur in der Abwehr zum Einsatz. Die Spielmacherposition bekleidete also der erst 19-jährige Justin Brand und machte „ein ganz, ganz tolles Spiel“, so Schneider. Brand selbst blieb bescheiden: „Es war okay, ich hätte gerne ein Tor gemacht.“

Vor allem in der Abwehr machten die HF ein Klassespiel, und das, obwohl die alten Haudegen Slava Gorpishin und Dejan Dobardzijev erstmals gemeinsam im Innenblock standen. Aber auch in der Offensive überzeugten die Gastgeber, nahmen häufig das Tempo raus und spielten ihre Angriffe geduldig aus.

Die gewohnt überragende Leistung bot – vor allem in der zweiten Hälfte – Torwart Jendrik Meyer, der seine beste Phase nach Wiederbeginn hatte, als die Partie kurz zu kippen drohte. Denn Maximilian Kolditz, Pawel Pietak und erneut zweimal Kolditz vergaben binnen sieben Minuten vier freie Würfe. Aber auch die Gäste blieben zwischen der 33. und 42. Minute ohne Tor – für SVHU-Trainer Tobias Skerka war das „die entscheidende Phase“. Von 18:15 setzten sich die Springer so auf 23:16 ab.

Für Kolditz kam nach seinen Fehlwürfen mit Lukas Reese ein weiterer Youngster aufs Feld, der sich wesentlich treffsicherer zeigte. Auch Jonas Borgmann durfte in den Schlussminuten am Kreis noch mitwirken. Und sogar HF-Urgestein Marcel Ketelhake – sonst Spielertrainer der Zweiten in der Landesliga –, der sich wegen der Personalnot zur Verfügung gestellt hatte, kam noch zu einem Kurzeinsatz.

Nicht nur deshalb hielt es die Zuschauer in den letzten Minuten der Partie nicht mehr auf ihren Sitzen: Sie feierten ihre Mannschaft mit „Oh, wie ist das schön“-Gesängen schon lange vor dem Schlusspfiff.

HF Springe: Meyer, Wendland (n. e.) – Karpstein (7), Bosy (7), Dobardzijev (5), Hinz (4/1), Pietak (4/1), Reese (3), Kolditz (2), Brand, Gorpishin, Helmdach, Borgmann, Ketelhake.

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