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Slava Gorpishin ist 42 – aber in der HF-Abwehr immer noch gesetzt / Heute nach Brandenburg

„Solange ich der Mannschaft helfen kann...“

Handball (jab). Erst einen Punkt hat Aufsteiger SV Brandenburg-West in der laufenden Saison der 3. Liga Nord geholt – auswärts. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn das abgeschlagene Schlusslicht ausgerechnet am heutigen Sonnabend (18 Uhr) gegen Spitzenreiter HF Springe das erste Erfolgserlebnis zu Hause feiern würde. Aber, warnt HF-Routinier Slava Gorpishin, „es hat noch nie jemand schon vorher ein Spiel gewonnen. Wir müssen es ernst nehmen“.

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42 Jahre ist der russische Zwei-Meter-Hüne mittlerweile alt. Am vorigen Sonnabend hatte er Geburtstag – an dem Tag gewannen die Springer das Derby gegen den HSV Hannover. Danach griff Gorpishin zur Trompete und spielte mit dem Fanfarencorps. „Das kann man ja mal machen an seinem Geburtstag“, sagt er verschmitzt. Lange gefeiert hat er allerdings nicht. Schon um zehn Uhr am nächsten Morgen stand er schon wieder in der Halle, um seinem Sohn, der in der B-Jugend von Eintracht Hildesheim spielt, zuzusehen.

Zweimal war Gorpishin Olympiasieger, einmal Vize-Weltmeister. Aber auch in der 3. Liga hat er „echt noch Spaß“ am Handball. Er genießt es, nach dem Training noch mit den Mitspielern zusammenzusitzen, zu reden, zu lachen. Allerdings: Bei jedem Training ist er nicht mehr dabei. „Montags habe ich meistens frei“, sagt er. Das ist seinem Alter geschuldet, seinen Verdiensten, aber auch der Arbeit. Gorpishin ist einer der wenigen im Team, die Vollzeit arbeiten, „manchmal zehn Stunden am Tag“, wie er sagt. Trotzdem will er auch in der nächsten Saison noch dabei sein – „solange ich der Mannschaft helfen kann...“

Seine Meinung hat Gewicht in der Mannschaft – und bei Trainer Oleg Kuleshov, mit dem er lange zusammengespielt hat in der russischen Nationalmannschaft. Manchmal frage Kuleshov ihn nach seiner Meinung, wenn es darum geht, die Abwehr zu optimieren. „Aber meistens sind wir eh derselben Meinung“, sagt Gorpishin, „wir kennen uns ja auch bestimmt schon über 15 Jahre.“

Mit der Leistung zuletzt gegen Hannover war Gorpishin nur bedingt zufrieden. Lange mussten die Springer einem Rückstand hinterherlaufen. „Wenn wir vorne verschießen – okay“, sagt er, „aber wir hatten viel zu viele leichte Ballverluste.“ Trotzdem ist es nochmal gut gegangen. In Brandenburg soll wieder mal ein klarer Sieg her: „Wenn wir es schaffen, schnell klar in Führung zu gehen, können wir locker spielen“, sagt er.

Auch für HF-Manager Dennis Melching fällt die Partie beim Schlusslicht unter die Kategorie „Pflichtsieg“. Die Höhe ist ihm allerdings nicht wichtig: „Ein Tor mehr reicht. Der Rest ist Zugabe.“

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