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Sind die Fußballtore in Springe unterschiedlich groß?

SPRINGE. Sepp Herberger ist nicht nur als Bundestrainer der Weltmeister von 1954 in die Historie eingegangen. Vor allem seine herzerfrischenden Sprüche werden bis heute auf den unzähligen Fußballplätzen Deutschlands in Erinnerung gerufen.

Selten im Lot: Auch auf dem A-Platz des FC Bennigsen gibt es kleine Abweichungen bei den Maßen der Gehäuse. Foto: scharf

Autor:

dennis scharf

„Der Ball ist rund“ oder „Ein Spiel dauert 90 Minuten“ gehören zweifellos zu den Klassikern unter den beinahe schon philosophischen Weisheiten Herbergers.

Der Ball ist heutzutage wohl runder denn je, ein Spiel dauert nur noch in den seltensten Fällen 90 Minuten. Zeitlos ist allerdings der Ausspruch „Das Runde muss ins Eckige“. Detaillierter hat sich Herberger jedoch nicht geäußert, ob das Eckige die identischen Maße des gegenüberliegenden Kastens aufweisen muss. Vor mehr als 40 Jahren hat der Macher des „Wunders von Bern“ das Zeitliche gesegnet. Was würde der gebürtige Mannheimer wohl sagen, wenn er wüsste, dass selbst im 21. Jahrhundert die Tore nur selten die vom Weltverband FIFA vorgegebenen Maße von 2,44 Metern Höhe und 7,32 Metern Breite aufweisen?

Zumindest haben die Messwerte auf elf Plätzen der Region zu erstaunlichen Resultaten geführt: Teilweise haben sogar die Pfosten eines Tores unterschiedliche Höhen. Auffällig ist, dass die meisten Querlatten niedriger hängen als sie sollten. Spieler, die beim SV Altenhagen auf das Tor zielen, sollten ihre Schüsse nicht zu hoch ansetzen. Wo auf anderen Plätzen der Ball im Netz oder zumindest unter der Latte einschlägt, würde er in Altenhagen sehr wahrscheinlich wieder ins Feld springen. Denn dort sind die Torpfosten lediglich 2,32 Meter hoch, auf der gegenüberliegenden Seite messen sie 2,33 respektive 2,30 Meter. Beim SV Mittelrode ist die Chance größer, das Tor nahe der Kabinen zu treffen, da es sechs Zentimeter höher und einen Zentimeter breiter ist.

Dagegen müssen sich Torhüter auf den Plätzen des FC Bennigsen und des TSV Gestorf besonders strecken, um den Ball aus dem Winkel zu kratzen – zumindest auf einer Seite des Spielfeldes. In Bennigsen messen die dem Vereinsheim zugewandten Pfosten 2,48 Meter. Auf der anderen Seite sind die Torstangen jeweils fünf Zentimeter kürzer. In Gestorf entspricht ein Gehäuse exakt den Vorgaben, während das zweite zwei Zentimeter breiter und drei Zentimeter höher ist. Auch auf dem B-Platz des FC Eldagsen misst ein Pfosten 2,48 Meter – Spitzenwert. Der 7,33 Meter entfernte Pfosten ist jedoch fünf Zentimeter kürzer. Die vertikalen Begrenzungen eines Tores gehen in Eldagsen am weitesten auseinander. In dieser Wertung folgt ein Tor auf dem Platz des VfV Concordia Alvesrode, das eine Differenz von vier Zentimetern aufweist.

Auf dem Eldagsener A-Platz ist das Tor nahe des Haupteingangs ganze sieben Zentimeter breiter als auf der anderen Seite. Beim FC Springe, dem SC Bison Calenberg sowie beim SC Alferde entsprechen die Querbalken den Bestimmungen. Allerdings fehlt es etwas an Höhe. Die Pfosten in Springe liegen zwei Zentimeter unter den vorgegebenen Maßen, in Alferde sind es fünf, beim SCB zwischen drei und sieben Zentimeter. Nur der SC Völksen könnte aus zwei Toren ein perfektes machen. Damit entspricht kein einziges Gehäuse zu 100 Prozent den Vorgaben.

Rückschlüsse auf erzielte Treffer oder vergebene Chancen lassen sich natürlich nicht ziehen. Mit dem Wissen dürften aber vor allem gastgebende Mannschaften bei der Seitenwahl etwas genauer überlegen, bei welchem Kasten die Chancen auf einen Torerfolg größer sind. Herberger hätte es wohl so gemacht, weil das Runde nun mal ins Eckige muss.



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