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NFV veröffentlicht Halbzeit-Fairnesswertung

Schiri-Arroganz bringt Genschick auf die Palme

Fußball (jab). Franz Genschick ist ein Mann klarer Worte. Manchmal aber wird er zu deutlich. Zweimal schon wurde der Trainer von Bezirksligist FC Springe in der laufenden Saison auf die Tribüne verwiesen – beide Male wegen Schiedsrichterbeleidigung. Sportlich hat das keine Auswirkungen, sein Team überwintert überraschend auf dem zweiten Platz. In der Fairnesswertung des Niedersächsischen Fußballverbandes liegt der FCS unter 1067 Teams von der Kreis- bis zur Bundesliga dagegen nur auf Rang 1009. Im Bezirk Hannover sind die Springer damit Vorletzter.

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Genschick nimmt‘s locker: „Lieber in der Liga vorne und in der Fairnesswertung hinten, als umgekehrt“, sagt er. Bei den Auswärtsspielen in Rinteln und Gehrden hatte er sich jeweils so über die Unparteiischen aufgeregt, dass er nicht an sich halten konnte. Dabei waren es gar nicht so sehr die vermeintlichen Fehlentscheidungen, die ihn auf die Palme brachten. „Jeder macht Fehler“, sagt er, „aber man muss dazu stehen. Die Arroganz, die junge Schiedsrichter zum Teil schon ausstrahlen, regt mich auf.“

Die FCS-Spieler haben sich dagegen vergleichsweise gut betragen, kassierten in 16 Spielen ganze 46 gelbe Karten und dreimal Gelb-Rot – ganz ohne Platzverweis kam übrigens Dennis Offermann aus, dem bei seinem Wechsel von Preußen Hameln nach Springe vor der Saison der Ruf des Hitzkopfes vorauseilte.

In der Fairness-Wertung des NFV gibt es für gelbe Karten einen Strafpunkt, für Gelb-Rot drei und für Rot fünf Zähler. Zudem schlagen Sportgerichtsurteile – wie bei Genschicks Verbalentgleisungen – und das Nichtantreten von Mannschaften mit jeweils zehn Punkten zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der bisherigen Saisonspiele weist den jeweiligen Quotienten eines Teams aus.

Mit einem Wert von 4,69 liegen die Springer ganz weit hinten, in der Bezirksliga 4 weist nur der FC Stadtoldendorf als 1059. der Gesamtwertung einen schlechteren Wert auf (5,75). Bezirksligist FC Eldagsen, in der vergangenen Saison noch das fairste Team im Kreis Hannover-Land, liegt mit 36-mal Gelb, einmal Gelb-Rot und zweimal Rot (Quotient 2,88) landesweit auch nur noch auf Rang 509.

Fairster heimischer Vertreter ist Kreisligist VfB Eimbeckhausen mit 33 Gelben und einer Gelb-Roten Karte (2,11). Das bedeutet im Kreis Hameln-Pyrmont den dritten und niedersachsenweit den 161. Platz. Der TSV Nettelrede (47-mal Gelb, fünfmal Gelb-Rot, einmal Rot, Quotient 4,19) ist im Kreis Hameln-Pyrmont Schlusslicht, liegt in der Gesamtwertung aber noch vor dem FC Springe auf Platz 934.

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