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Ralf Dahlbock: Bad Münders Turnlehrer seit 35 Jahren

BAD MÜNDER. Ihn kennt in Bad Münder und den Ortsteilen fast jedes Kind. Und auch die meisten Eltern kannten ihn schon als Kinder: Schließlich ist Ralf Dahlbock schon seit 35 Jahren als Sportlehrer in den münderschen Vereinen unterwegs. Einer seiner Schwerpunkte: Kinderturnen.

Ralf Dahlbock in der Leistungsgruppe des MTV Friesen Bakede. Hier gibt er Vanessa Trost Hilfestellung am Reck. Foto: Bertram
jan

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Schauwerbegestalter hat Dahlbock mal gelernt, danach war er vier Jahre lang Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. „Danach habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der heute 60-jährige Münderaner. 1980 ließ er sich an der Deutschen Turnschule in Frankfurt zum „staatlich geprüften Turn- und Sportlehrer im freien Beruf“ ausbilden. Angestellt war er danach bei der TuSpo Bad Münder. „Ich wurde ausgeliehen an die Vereine in Lauenau, Hachmühlen, Beber-Rohrsen, Bakede und Hamelspringe“, sagt er.

Das Hobby zum
Beruf gemacht

Heute sehen die Anstellungsverhältnisse etwas anders aus – Sportunterricht gibt Dahlbock in den Vereinen aber noch immer. „Da bringen Eltern, die als Kinder bei mir geturnt haben, jetzt ihre eigenen Kinder zu mir“, sagt der ehemalige Handballer.

Seit 17 Jahren ist Dahlbock auch pädagogischer Mitarbeiter an der Grundschule Bakede. Beim dortigen MTV „Friesen“ gab er im November 1981 auch seine erste Stunde als hauptberuflicher Sportlehrer. Heute trainiert er dort noch die Hobby-Volleyballer und die Leichtathleten. Und er hat neben dem allgemeinen Turnen auch eine Leistungsgruppe ins Leben gerufen. „Leider bietet der Turnkreis keine Wettkämpfe an“, sagt Dahlbock. Dafür hat er die Vereinsmeisterschaften ins Leben gerufen – und macht mit allen seinen Gruppen einmal im Jahr das Turnabzeichen.

„Ich halte Turnen für ganz wichtig, weil es Vielseitigkeit in der Bewegung bietet“, sagt Dahlbock. Dennoch wundert er sich, dass gerade seine Jungen-Gruppen bei der TuSpo so großen Zulauf haben – denn dass Turnen nicht gerade als cool gilt, weiß der 60-Jährige auch.

„Ich bin autoritär“, sagt er. Dass die Kinder in seinen Gruppen zuhören und die Regeln beachten – darauf legt er Wert. Wer nicht spurt, „den setze ich auch mal raus“, sagt er, „aber nicht bei der Gymnastik, sondern bei den Spielen, die Spaß machen“, fügt er schmunzelnd hinzu. „Meistens hilft es.“

Nach 35 Jahren Arbeit mit Kindern fallen ihm Veränderungen auf. „Die körperlichen Grundtugenden wie Kraft und Beweglichkeit werden weniger“, sagt er. Gymnastik gehört bei seinen Stunden daher zum festen Programm. „Das macht nicht allen Spaß, aber es fördert die Beweglichkeit.“

Für Dahlbock ist der Sport Beruf. Er weiß aber, dass er ihn in der jetzigen Form ohne freiwilliges Engagement kaum ausüben könnte: „Ohne Ehrenamtliche würde wesentlich weniger laufen“, sagt er.

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