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Prügelei wirkt lange nach

Springe. Die Schlägerei am Rande eines Heimspiels der zweiten Herren erhitzte vor etwas mehr als sieben Monaten die Gemüter beim FC Springe. Noch heute wirkt das Ereignis nach. Nach Bernd Porcarelli, der vor drei Wochen als neuer Trainer des SC Bison Calenberg vorgestellt wurde, hat bei einem Gespräch am vorigen Sonntag auch ein großer Teil der zweiten Mannschaft dem FCS-Vorstand angekündigt, am Saisonende zu gehen. Offenbar steht sogar im Raum, dass sich das Team noch früher auflöst.

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Die lange Vorgeschichte beginnt Ende August. Nach dem Heimspiel der Zweiten gegen Wennigsen kommt es auf der Sportanlage zu einer Prügelei, in die ein Spieler der Springer Bezirksliga-Mannschaft sowie dessen Vater auf der einen und der Schiedsrichter der Partie auf der anderen Seite verwickelt sind. Es geht dabei nicht um sportliches, sondern um privates. Beide Parteien beschuldigen sich gegenseitig, angefangen zu haben. Relativ unstrittig ist hingegen, dass Vater und Sohn im Laufe des Vorfalls auf den am Boden liegenden Schiedsrichter eintreten. Spieler der Zweiten fordern deshalb vom Vorstand Sanktionen für den Akteur der Ersten – die Forderung wird nicht erfüllt.

„Wir können uns nicht vorschreiben lassen, wen wir rausschmeißen“, sagt der FCS-Vorsitzende Hans-Joachim Meier. Der Vorstand habe damals die erste Mannschaft gefragt, ob sie den betreffenden Spieler weiter in ihren Reihen haben wolle. „Sie hat sich für ihn entschieden“, sagt er. Und: „Wir sind nicht die Justiz. Wir können niemanden vorverurteilen.“

Martin Sperling, Kapitän der Zweiten, hat dafür sogar Verständnis: „Der Verein kann nicht Richter und Henker spielen“, sagt er. Ihn ärgert aber, dass nicht beide Seiten angehört wurden. Es habe zwar vom FCS-Vorstand das Angebot eines Vermittlungsgespräches gegeben, das aber vom vermeintlichen Opfer abgelehnt wurde. Sperling: „Würdest du dich mit den Leuten an einen Tisch setzen, die dich vor ein paar Tagen noch grün und blau geprügelt haben?“

Sperling selbst suchte noch mehrfach das Gespräch mit dem Vorstand. „Es ist leider nicht viel passiert“, sagt er. „Wegen Urlaubs wurde es mehrfach aufgeschoben, irgendwann gab es von der Zweiten keinen Bedarf mehr“, sagt Meier, der zugibt, „dass der Vorstand möglicherweise Fehler gemacht hat. Aber ob eine Entscheidung richtig ist, merkt man immer erst hinterher. Ich glaube aber immer noch, dass die Entscheidung damals richtig war.“

Sperling sieht ein, dass der Vorstand seine Entscheidung verteidigt, „ich sehe es aber komplett anders“. Seine Konsequenz: „Ich stehe in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung und trete aus dem Verein aus.“ Viele Spieler aus der Reserve wollen offenbar seinem Beispiel folgen, sollen sogar damit gedroht haben, sofort zu gehen, sollten sie keine Freigabe für einen ablösefreien Wechsel im Sommer bekommen. „Es ist eine schlimme Situation“, sagt Meier, „wir können es uns nicht leisten, die Zweite zu verlieren, können uns aber auch nicht erpressen lassen.“ Er glaubt nicht, dass die Mannschaft komplett zerfällt. „Die Front bröckelt“, sagt er. Es gebe Signale aus der Mannschaft, dass doch viele Spieler bereit wären zu bleiben. „Wir werfen die Flinte nicht ins Korn“, sagt auch Spielausschussobmann Ralf Käß. „Wir sind dabei, eine Mannschaft aufzustellen und haben auch schon Trainerkandidaten in der Hinterhand.“jab



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