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Paukenschlag: Baron nicht mehr Trainer in Gestorf

GESTORF. Der Begriff „Paukenschlag“ im Sport ist ziemlich überstrapaziert. Aber das ist wirklich mal einer: Peter Baron ist nicht mehr Trainer von Fußball-Kreisligist TSV Gestorf. Nach siebeneinhalb Jahren überlässt er sein Amt seinem bisherigen Co-Trainer Dirk Koglin.

Peter Baron ist nicht mehr Trainer des TSV Gestorf – er bleibt dem Verein aber erhalten. Foto: Archiv/Kruse
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Baron steht für Kontinuität wie kaum ein anderer in der Region. Vor der Saison 2011/2012 hatte er die Mannschaft übernommen, die er vorher bereits durch die komplette Jugendzeit trainiert hatte. Nur in der Saison 2010/2011 machte er einen kurzen Abstecher zur SpVg Hüpede-Oerie.

Gleich in seiner ersten Saison als Gestorfer Herren-Trainer stieg Baron in die Kreisliga auf. Den Abstieg am Ende der Saison 2014/2015 bügelte der TSV sofort aus und spielt seitdem wieder im Kreisoberhaus – in diesem Jahr allerdings ausgesprochen erfolglos. In der Winterpause haben die Gestorfer schon zehn Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Durch viel Verletzungspech sieht es personalmäßig nicht gut aus in Gestorf. „Wir haben aber im Sommer auch einige Entscheidungen getroffen, die nicht gefruchtet haben“, sagt Baron, „und zum Teil fehlt es den Spielern an der Einstellung.“ Ein Wechsel auf dem Trainerposten sei „die letzte Schraube, die wir noch drehen können“, sagt der scheidende Trainer, „Dirk hat eine andere Handschrift.“

Baron hat den Verein und die Mannschaft nicht vor vollendete Tatsachen gestellt. „Alle Beteiligten haben zusammengesessen und die Entscheidung gemeinsam gefällt“, sagt Gestorfs Fußball-Spartenleiter Sebastian Hohloch. Er selbst, Baron, Koglin und Kapitän Patric Howind haben zusammengesessen, bevor der Entschluss verkündet wurde. „Peter hat die Mannschaft nicht mehr erreicht“, sagt Hohloch, der Baron nichts vorwirft. Im Gegenteil: „Er war zuletzt zu oft der Prügelknabe für die Mannschaft. Die Ausrede, dass es am Trainer liegt, wollen wir den Spielern nehmen.“

Die Mannschaft mag mit einigen Entscheidungen des Trainers nicht einverstanden gewesen sein, gegen ihn ausgesprochen habe sie sich aber nicht, versichert Kapitän Howind. „Dass es dieses Jahr nicht läuft, liegt ja nicht nur am Trainer sondern auch an uns Spielern. Ich habe das Gefühl, dass einigen der Ansporn fehlt.“ Den erhofft er sich vom neuen Mann an der Seitenlinie.

Koglin ist seit der vorigen Saison Co-Trainer beim TSV, hat auch bisher schon einige Einheiten geleitet. Was soll sich also ändern? „Er hat jetzt das letzte Wort und trifft eigene Entscheidungen“, sagt Howind, der weiß: „Mit dem Klassenerhalt wird es so oder so schwer – aber vielleicht werden wir ja wieder die geile Truppe, die wir mal waren.“

Für Baron wird es jetzt deutlich ruhiger, „daran muss ich mich erst mal gewöhnen, ich war ja die letzten 22 Jahre Trainer“, sagt er. Er wird dem Verein und der Mannschaft erhalten bleiben, „aber ich gehe erst mal in die dritte oder vierte Reihe zurück“. Bei den Spielen wird er immer noch dabei sein, „es sind ja immer noch meine Jungs“, sagt Baron, „aber natürlich stehen ich jetzt auf der anderen Seite des Platzes.“



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