weather-image
Springes neuer Trainer hat als aktiver Handballer so gut wie alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt

Nur Olympia-Gold fehlt im Trophäenschrank

Handball. Bei einer Pressekonferenz stellen die HF Springe morgen offiziell ihren neuen Trainer vor. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass dieser Trainer Oleg Kuleschow heißen wird. Auch wenn der 37-Jährige aus arbeitsrechtlichen Gründen noch keinen Vertrag unterschreiben konnte und nach wie vor sagt: „Ich mache hier ein Praktikum.“

jan

Autor

Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Er ist ein Praktikant, von dem selbst die Routiniers im Springer Team noch viel lernen können. Als Trainer muss sich Kuleschow seine Sporen zwar erst noch verdienen – als Spieler dagegen hat er fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. 1997 war er mit Russland Weltmeister – übrigens gemeinsam mit Slava Gorpishin –, 1996 Europameister. Mit dem SC Magdeburg, für den er von 1999 bis 2007 spielte, gewann er 2001 die Deutsche Meisterschaft und den EHF-Pokal, ein Jahr später die Champions League. Nur Olympia-Gold fehlt ihm.

„So ist das Leben“, sagt er. In Sydney gewannen die Russen 2000 das olympische Turnier – in diesem Sommer hatte Kuleschow in der Nationalmannschaft pausiert. Knieprobleme hatten ihm zu schaffen gemacht, sein damaliger Magdeburger Coach hatte ihm von Olympia abgeraten, um wieder richtig fit zu werden. „Ich habe in Magdeburg mein Geld verdient. Und der Verein hat viel für mich getan“, sagt Kuleschow. Also verzichtete er. „Wer weiß, ob ich es überhaupt in den 14er-Kader für Sydney geschafft hätte“, sagt er. Seine Olympia-Medaille holte er vier Jahre später in Athen – die war allerdings aus Bronze.

Er will seine vielen Titel nicht miteinander vergleichen. „Alle sind viel wert“, sagt er. Sein größter Erfolg sei es gewesen, sich als junger Spieler bei Kaustik Wolgograd durchzusetzen. „Dort habe ich den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft“, sagt Kuleschow, der als Siebenjähriger begann, Handball zu spielen.

2007 wechselte er von Magdeburg nach Gummersbach, ein Jahr später beendete er aus Verletzungsgründen seine Karriere. Er kehrte nach Magdeburg zurück, wurde in der Rückrunde der Saison 2009/2010 Co-Trainer von Sven Liesegang, der seinerzeit den gefeuerten Michael Biegler als Interimscoach beerbte.

Und jetzt also 3. Liga. „Klar, das Niveau ist ein ganz anderes als in der Bundesliga“, sagt Kuleschow. „Aber als Einstieg als Trainer ist es interessant.“ Er will herausfinden, ob der Trainerjob ihm liegt, „ob ich mich dabei gut fühle“. Bislang hat er da keine Probleme, „ich fühle mich wohl in Springe“, sagt er. Seine Frau und seine Tochter leben noch in Magdeburg. „Sie werden auch dort bleiben“, sagt er.

Nicht nur er als Trainer will sich wohlfühlen, auch den Spielern will er Freude am Handball vermitteln. „Meine Vorstellung ist, dass wir Spaß haben und uns spielerisch verbessern“, sagt Kuleschow, „dann kommen die Ergebnisse automatisch.“ Er weiß, dass der Aufstieg in die 2. Liga auch in dieser Saison kein Selbstgänger wird. „Aber das Zeug haben wir, um oben mitzuspielen.“



Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt