weather-image
Der griechische Kreisläufer will noch hoch hinaus

Nikolaos Tzoufras: Über Springe in die Bundesliga?

Handball. Gut, dass die HF Springe am vorigen Wochenende das Spitzenspiel in Tarp gewonnen haben und als Herbstmeister in die Feiertagspause gehen. Sonst hätte es sein können, dass Coach Oleg Kuleshov noch bis gestern und womöglich auch zwischen den Feiertagen zum Training gebeten hätte. Hat er aber nicht – und einen freut es besonders: Nikolaos Tzoufras. Der kann so Weihnachten mit seiner Familie und seinen Freunden in Veria in Nord-Griechenland verbringen.

270_008_5090978_spo_ouzofrei.jpg
jan

Autor

Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Am Mittwoch ist er abgehoben in Richtung Heimat, pünktlich zum Trainingsstart am 2. Januar ist er zurück in Springe, zwei Tage später wird er 25. Dass er nicht in Griechenland Geburtstag feiern kann, nimmt er locker. Sein Heimweh hält sich in Grenzen: „Meine Eltern und Freunde vermisse ich“, gibt er zu, „aber ich versuche, professionell zu sein und meinen Job so gut wie möglich zu machen.“

Was seinen Job angeht, gibt es bislang nicht den leisesten Grund zur Klage. Lange hatten die HF keinen so torgefährlichen Kreisläufer mehr. 75-mal hat Tzoufras in der Hinrunde getroffen, kein Springer hat mehr Feldtore erzielt als er. Mit seiner spektakulären Art, Tore zu erzielen, ist er binnen kürzester Zeit zum Publikumsliebling in Springe geworden. Er kann sich auch ganz auf Handball konzentrieren. Tzoufras ist Profi, studiert nebenbei allerdings an einer griechischen Fern-Uni Sport.

400 bis 500 Zuschauer kommen in der Deisterstadt im Schnitt zu einem Drittligaspiel. Bei Filippos Verias in der 1. Liga in Griechenland waren es 200 bis 300. Fußball und Basketball stehen in Griechenland an erster Stelle. „Handball ist nicht sehr populär“, sagt Tzoufras. Noch verständigt er sich hauptsächlich auf Englisch, sein Deutsch-Kurs an der Volkshochschule beginnt erst im Februar. Bis dahin bringen ihm die Teamkollegen die Landessprache bei – wenn auch nicht ganz ernsthaft. „Das Leben ist kein Ponyhof“ habe er etwa von Slava Gorpishin gelernt, sagt Tzoufras. Und von Andreas Stange: „Alkohol macht Birne hohl.“

Unterhalten kann er sich aber auch so. „Es gibt ja viele Griechen in Springe“, sagt er. Und es gibt viele Landsleute, die in Deutschland Handball spielen. Mit Dimitrios Tzimourtos von Eintracht Hildesheim, der wie Tzoufras aus Veria stammt, telefoniert er häufig. Was Tzimourtos geschafft hat, will auch Tzoufras erreichen: „Mein Traum ist es, einmal in der Bundesliga zu spielen“, sagt der 38-fache Nationalspieler. Sein Nahziel: „Mit Springe den Titel in der 3. Liga gewinnen.“

Erstmal feiert er aber Weihnachten in Griechenland. „An Heiligabend ziehen die Kinder von Haus zu Haus und singen“, erzählt er. Am ersten Feiertag trifft sich die Familie zum Festessen. Er freut sich auf die „kleine Pause, in der ich Kraft tanken kann, ehe es wieder an die Arbeit geht“. Und auch das Kaufen der Geschenke wird nicht allzu stressig. Denn er hat noch Zeit: „Die gibt‘s bei uns erst am ersten Januar.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt