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Die Bakederin Jessica Schönburg feiert Erfolge in der Rennboot-Einsteigerklasse MS 11

Mit viel Tempo und Gefühl um die Bojen

Motorsport. 50 Stundenkilometer – das ist im Rennsport nicht unbedingt schnell. „Aber wenn man keine Bremsen hat, kommt es einem deutlich schneller vor“, sagt Jessica Schönburg. Die 22-Jährige aus Bakede fährt Motorbootrennen. In der Einsteigerklasse MS11 wurde sie gerade Norddeutsche Meisterin. 2006 war sie sogar schon einmal Deutsche Meisterin. „Seitdem bin ich immer knapp am Titel vorbeigeschliddert“, sagt sie.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Auf der Weser fing alles an. Schönburgs Eltern hatten im Hamelner Hafen ein Motorboot, das mittlerweile an der Mecklenburger Seenplatte liegt. Eine Jugendgruppe gründete sich, übte das Geschicklichkeitsfahren mit Schlauchbooten, die einen kleinen Außenbordmotor hatte. Irgendwann war sie mit ihrer Familie als Zuschauerin bei einer Deutschen Meisterschaft. Dort wurden die MS-11-Boote vorgestellt, „und ich habe es mal ausprobiert“ – der Beginn ihrer Rennsport-Karriere.

„MS 11 steht für Motorspeed 11 Kilowatt“, erklärt Schönburg. Gefahren wird ein Slalom-Kurs mit sieben bis neun Bojen, am Ende wird gewendet, dann geht es geradeaus zurück zum Start – das Ganze wird noch zweimal wiederholt. Insgesamt sind also sechs Wenden gefahren – die sind entscheidend, dabei werden wichtige Sekunden rausgeholt. „Es geht darum, mit dem Boot umgehen zu können“, erklärt Schönburg den Reiz ihrer Sportart. „Den Dreh rauszukriegen, wie man in die Kurve fährt, wann man Gas weg nehmen und wann man beschleunigen und einlenken muss.“

Den Dreh hat sie – dabei kann sie gar nicht trainieren. Ein eigenes Boot hat sie nicht, auch der niedersächsische Verband hat keines. „Aber ich bin mit Boot fahren aufgewachsen“, sagt sie, „da hat man ein Gefühl dafür.“

Einige Jahre darf Schönburg noch in der Einsteigerklasse fahren, zeitlich wird es aber schon jetzt schwieriger. Sie macht eine Ausbildung zur Fachinformatikerin in Hannover. Nach ihrem Titelgewinn bei der DM 2006 hatte sie die Einladung in der nächst höheren Klasse zu fahren – sie lehnte ab. Zum einen, weil es zu teuer geworden wäre. „Es wäre nur mit Sponsoren und einem kleinen Team möglich gewesen.“

Zum anderen war es ihr zu gefährlich. In der MS-11-Klasse wird im „Matchrace“ gefahren. Das heißt, zwei Konkurrenten treten gegeneinander auf parallelen Strecken an, der Sieger des Rennens kommt eine Runde weiter. In den höheren Klassen fahren alle Teilnehmer zusammen auf einem Rundkurs. Da kommt es häufiger zu Karambolagen – bei Geschwindigkeiten, die knapp doppelt so hoch sind wie in der MS 11.

In ihrer Klasse kann wenig passieren. Eine Schwimmweste und ein Rafting-Helm reichen als Sicherheitsausrüstung, dazu ein „Quickstop“, der dafür sorgt, dass der Motor sofort ausgeht, wenn der Fahrer über Bord geht.



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