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Mit Verspätung ins Mutterland des Taekwondo

BAD MÜNDER. Eine Reise ins Mutterland des Taekwondo – für Bianca Schönemeier vom Redfire-Team Bad Münder wird dieser Traum in der kommenden Woche wahr. Mit sieben Jahren Verspätung allerdings.

Bianca Schönemeier (Redfire Bad Münder) will in Südkorea Erfahrungen sammeln. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Ein Talente-Lehrgang, für den sie nominiert war, war damals wegen der brisanten politischen Lage zwischen Nord- und Südkorea abgesagt worden. Diesmal klappt es aber: Die 24-Jährige reist am Mittwoch als Betreuerin für das Projekt „Young Leaders“ der Deutschen Taekwondo-Jugend nach Seoul.

Auch dort wird sie mit Verspätung eintreffen. Denn erst seit vier Wochen steht fest, dass fliegt – und kann deswegen nicht mit den anderen beiden Betreuern und sechs Teilnehmern gemeinsam Reisen. „Eine Betreuerin war abgesprungen“, erzählt sie. Redfire-Chef und Landestrainer Christian Senft schlug Schönemeier, die den 5. Dan besitzt und den niedersaächsischen Nachwuchskader trainiert, daraufhin als Ersatz vor.

Ihre Taekwondo-Karriere begann mit einem Schrecken. Als Achtjährige machte sie mit ihrem Bruder in Bakede Klingelstreiche – eine Familie fand das nicht lustig. „Die haben mich mit Eisenstangen durchs Dorf gejagt“, erzählt Schönemeier, die sich zur Großmutter einer Freundin flüchten konnte – ihre Eltern meldeten sie daraufhin beim Taekwondo-Training an.

Im Poomsae, dem Formenlauf, zählt sie mittlerweile zu den Besten in Deutschland. Viermal wurde sie Deutsche Synchron-Meisterin, ihre Landestitel hat sie aufgehört zu zählen. In der Bundesrangliste liegt sie auf dem dritten Rang. „Ich war Zweite, habe beim letzten Turnier aber leider versagt“, erzählt sie. Die Nummer 1 hat Schönemeier allerdings im Visier – auch wenn dort seit Jahren Franziska Schneegans aus Hannover unangefochten thront.

In Korea begleitet die Münderanerin drei Teilnehmerinnen zum „World Youth Taekwondo Camp“, an dem ausschließlich ausländische Jugendliche teilnehmen. Die Trainer allerdings stammen aus Korea – von denen will sich auch Schönemeier noch einiges abgucken: „Ein bisschen Erfahrung kann ich da sammeln.“ Die zweite Woche verbringen die deutschen Talente in Gastfamilien und trainieren in koreanischen Vereinen. Schönemeier nimmt die Reise auch als Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften Ende September – der fünfte Titel winkt.



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