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Mit Gottes Hilfe in die Bundesliga?

ALVESRODE. Für US-amerikanische Fußballer ist es ein Traum, in Europa zu spielen. Jose Ruben Perez hat sich den Traum erfüllt. Seit diesem Sommer spielt der 19-Jährige aus Idaho beim FC Eldagsen in der Landesliga. Für die meisten, die dort spielen, ist das ambitionierter Hobby-Sport – Perez sieht es als Sprungbrett.

Jose-Ruben Perez in Aktion im Eldagsener Trikot...
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass man alles schaffen kann, wenn man es nur hart genug versucht“, sagt er, „mein Ziel ist es, Profifußballer zu werden. Mit Gottes Hilfe kann ich es auch in die Bundesliga schaffen.“

Perez ist Sohn mexikanischer Einwanderer. „Wir sind sehr religiös“, sagt er. „Die Familie geht dort jeden Sonntag in die Kirche“, sagt Lisa Heitsch, seine Freundin. Die 18-Jährige aus Alvesrode ist ebenfalls Fußballerin, spielt bei den Damen des SC Völksen. So ambitioniert wie Perez ist sie nicht: „Ich sehe es eher als Hobby und als Ausgleich“, sagt sie.

2015/16 war sie für ein Jahr als Gastschülerin in Weiser/ Idaho, spielte dort im Mädchenteam. So lernten sie und Perez sich kennen – und lieben. Anfang des Jahres kam er nach Deutschland, spielte während der Zeit im U19-Team des TSV Havelse. Und er lernte Jan Flügge, der ebenfalls in Alvesrode wohnt, kennen, der ihn nach Eldagsen lockte.

...und mit Freundin Lisa im Wohnzimmer in Alvesrode. Fotos: Bertram
  • ...und mit Freundin Lisa im Wohnzimmer in Alvesrode. Fotos: Bertram

Zwischendurch musste Perez allerdings zurück in die USA, um sein Stipendium am North Idaho College nicht zu gefährden. Er habe lange überlegt, ob er es am College oder in Deutschland mit der Profikarriere versuchen solle: „Mein Vater hat mir geraten, nach Deutschland zu gehen“, sagt er und fügt lachend an: „Damit ich hinterher nicht rumheule, dass ich es nicht versucht habe.“

Zwei Wochen vor seiner Abreise nach Deutschland machte er mit Eldagsen alles klar, „dabei hatte er noch gar kein Ticket“, erinnert sich Heitsch. Ihr Vater leitete alles in die Wege, damit der Freund seiner Tochter nach Deutschland kommen konnte.

So leben die beiden nun in einem Zimmer im Hause Heitsch in Alvesrode. „Das ist jetzt meine Familie“, sagt Perez grinsend und blickt sich im Wohnzimmer um. Er findet sich damit ab, dass es nicht mehr jeden Sonntag in die Kirche geht und dass der 12. Dezember kein Feiertag ist – die Mexikaner feiern dann den „Tag der Jungfrau von Guadalupe“ – einen ihrer höchsten Feiertage.

Aber gerade das reizt Perez ja auch an Deutschland: „Ich lerne eine neue Sprache und eine andere Kultur und Lebensart kennen“, sagt er. Vor allem aber will er den deutschen Fußball lernen. „Hier ist alles viel mehr von Taktik geprägt“, sagt er. „Bei uns werden die beiden Schnellsten auf Außen gestellt und mit Steilpässen gefüttert.“ Es langsam angehen lassen, nach hinten arbeiten – daran muss er sich noch gewöhnen. An die vielen Spielausfälle auch. „Bei uns wurde immer gespielt“, sagt er, „einmal, als es stark geregnet hat, haben wir auf dem ganzen Platz Windeln ausgelegt, um das Wasser aufzunehmen.“

Bis zum Sommer will er mindestens in Deutschland bleiben, wenn es geht noch länger: „Ich würde gerne eine Ausbildung zum Physiotherapeuten machen. Dafür muss ich aber noch besser Deutsch lernen.“



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