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Martin Kluck mit dem Nationalteam in Rio

In drei Wochen beginnen in Rio de Janeiro die olympischen Spiele. Etwas mehr als einen Monat später beginn an gleicher Stelle die Paralympics, das Olympia der Behinderten. Ein gebürtiger Springer hat gute Chancen, dabei zu sein.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Martin Kluck gehört zum Betreuerstab der deutschen Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft. Bei einem zehntägigen Trainingslager in der brasilianischen Metropole konnten er und die anderen Teammitglieder sich jetzt schon einen Eindruck von den Sportstätten verschaffen.

„Erschreckend wäre zu hart formuliert“, sagt Kluck, „aber es gibt noch erstaunlich viele Baustellen.“ Das olympische Dorf etwa sei noch nicht fertig gestellt, „wir waren außerhalb untergebracht.“

Kluck ist nicht behindert. Sein Vater Hartmut wurde aber in den 1980er-Jahren Trainer der Rollstuhlbasketballer des BSV Sünteltal – Martin war immer dabei und setzte sich schon bald selber in den Rollstuhl. Als Topscorer schaffte er mit den Sünteltalern, die seit einigen Jahren als Hannover United antreten, den Aufstieg in die 1. Liga, heute ist er Spielertrainer.

Es ist nicht Klucks einziger Posten. Seit dreieinhalb Jahren ist der beim Behindertensportverband Niedersachsen als Landestrainer für Rollstuhlbasketball angestellt. Seit Anfang diesen Jahres trainiert er die U19-Nationalmannschaft. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt der studierte Maschinenbauer. Beim Herren-Nationalteam ist er offiziell Techniker, „aber ich bin eine Art Mädchen für alles“. Unter anderem stellt Kluck die Videos für die Spielvorbereitung zusammen.

Unklar ist, ob er zu den Paralympics mitfährt. „Wir müssen den Betreuerstab noch ein bisschen eindampfen“, sagt Kluck. Offiziell seien nur vier zugelassen, „aber wir feilschen noch mit dem Verband.“ Sicher ist, dass von seinen Schützlingen aus Hannover keine dabei ist. Jan Sadler und Phillip Schorp waren jetzt zwar mit in Rio, schafften es aber nicht in den endgültigen Kader. „Sie sind noch jung, vielleicht schaffen sie es in vier Jahren nach Tokio.“

In Brasilien starteten die Deutschen in die Vorbereitung auf die Paralympics. Viermal spielten sie gegen die Gastgeber, dreimal verloren sie. Brasilien stand allerdings auch am Ende der Vorbereitung auf die Südamerikameisterschaft, die sie danach gewannen, „vom Grundpotenzial sind wir stärker“, so Kluck.

Trotz der vielen Baustellen hatte er einen guten Eindruck von Brasilien. „Alle waren freundlich und aufgeschlossen. Erstaunlich fand ich nur, dass kaum jemand englisch sprach. Außer an den Touristen-Hotspots.“ Die zu besuchen – dafür dürfte während der Paralympics die Zeit fehlen – also hat sich die Reise schon gelohnt.

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