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Leonie Köhler kämpft für ihren Traum

VÖLKSEN. Fußball spielen, aber wie die Profis – das ist der große Traum von Leonie Köhler. Ihre Karriere nimmt die 16-jährige Völksenerin mit viel Ehrgeiz selbst in die Hand.

Leonie Köhler träumt von der großen Fußball-Karriere – der Wechsel von Springe zu Hannover 96 soll der erste Schritt sein. Foto Bertram

Autor:

Selina Walter und Jan-Erik Bertram

Acht Jahre lang spielte Leonie in der Mädchenmannschaft des FC Springe, zuletzt in der Bezirksliga der B-Juniorinnen. Doch die Torhüterin wollte mehr erreichen. Also recherchierte sie und stieß im Internet auf ein offenes Probetraining des 1. FC Köln, dessen Damen-Mannschaft in der 2. Bundesliga spielt.

Also ging sie im November zu ihrem Schulleiter an der IGS in Springe, wo sie jetzt die neunte Klasse besucht, und ließ sich für zwei Tage beurlauben. Es lief gut in Köln, „sie hätten mich für das U17-Team genommen“, sagt die Völksenerin, die sich aber doch dagegen entschied. „Ich hätte in Köln in einer Gastfamilie gelebt, wollte aber hier nicht alles aufgeben.“

Kurz nach ihrer Rückkehr vom Rhein spielte sie auch bei Hannover 96 vor. Seit einem halben Jahr trainiert sie nun bei den „Roten“, seit ihrem 16. Geburtstag vor wenigen Wochen, ist sie für die Damen auch spielberechtigt.

Leonie kam als einziges Mädchen von Drillingen auf die Welt, einen älteren Bruder hat sie auch noch. Mit ihren Geschwistern spielte sie schon als kleines Mädchen viel Fußball. Schnell fing sie an, Spaß daran zu haben – mit sieben Jahren begann sie beim FC Springe. Zuerst im Sturm, „aber nach zwei Jahren hörte unsere damalige Torhüterin auf – da habe ich es gemacht“.

Ihr Ehrgeiz – und ihre Geduld – ist auch weiterhin gefordert. Bei Hannover 96 gehört sie vorerst zur zweiten Mannschaft in der Bezirksliga – als Ersatztorhüterin. Zum Einsatz kam sie bisher nur in Testspielen. Aber sie trainiert eifrig, um Stammkeeperin Laura Schmidt Konkurrenz zu machen. Dreimal in der Woche fährt sie zum Training ins Eilenriedestadion. „An meiner Sprungkraft muss ich noch arbeiten“, sagt sie.

Dass es ihr an Selbstbewusstsein nicht mangelt, bewies sie auch bei einem Testspiel der 96-Profis in Ramlingen. Dort fragte sie Torwarttrainer Jörg Sievers, „ob ich seine Handschuhe haben darf“. Er schenkte sie ihr tatsächlich, „aber sie sind mir viel zu groß“, sagt sie lachend.

Das Drumherum in Hannover ist auch bei den Frauen schon professionell. Vor der Saison gab es eine Einkleidung und Fotoshootings wie in der Bundesliga. Dahin will Leonie irgendwann: „Ich will so gut werden, dass ich es zum VfL Wolfsburg schaffe“, sagt sie. Das ist immerhin der amtierende Deutsche Meister und Champions-League-Sieger von 2013 und 2014 – an Ehrgeiz mangelt es der jungen Torhüterin eben nicht.



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