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Olympiasieger Dieter Baumann über Bewegung, Rekorde – und natürlich Zahnpasta

„Laufen gibt Kraft, die man fürs Leben braucht“

Leichtathletik. Olympiasieger Dieter Baumann war gestern zu Gast in Bad Münder, um für die Mitarbeiter der „AWO Gesundheitsdienste“ einen Vortrag zu halten und anschließend gemeinsam mit ihnen zu laufen. Danach beantwortete der 46-Jährige die Fragen von NDZ-Sportredakteur Jan-Erik Bertram.

Gestenreich, mit vielen Anekdoten aus seinem Läuferleben und mit schwäbischem Dialekt zieht Dieter Baumann seine Zuhörer in Bad

Sie waren 20 Jahren lang Profiläufer – was sind Sie heute von Beruf?

Ich bin immer noch Läufer von Beruf – im weitesten Sinne. Alles, was mit Laufen zu tun hat, ist mein Thema.

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie vom „Lebensläufer“ – was ist das?

Der Olympiasieger im münderschen Kurpark: Dieter Baumann mit Thomas Heiming von der „AWO Gesundheitsdienste“.

Einer, der nicht viel nachdenkt, um sich zu bewegen. Einer, der das Laufen in seinen Alltag integriert, wie Essen und Schlafen. Und der durch das Laufen Kraft schöpft. Laufen ist nicht anstrengend, sondern gibt einem Kraft, die man fürs Leben braucht.

Sie halten noch immer drei deutsche Langstrecken-Rekorde. Würden Sie sich wünschen, dass die mal gebrochen werden?

Es würde mir nichts ausmachen. Ich will es mal philosophisch ausdrücken: Rekorde läuft man nicht für die Bestenlisten, sondern für sich selbst.

Die Frage zielte darauf ab, dass es in Deutschland derzeit keinen Langstreckenläufer gibt, der in der Weltspitze mitmischt.

Es wäre notwendig und an der Zeit, dass es mal wieder einen gibt. Das würde der Laufszene gut tun.

Engagieren Sie sich in der Richtung, trainieren Sie Nachwuchsathleten?

Nicht mehr, bis letztes Jahr habe ich es gemacht. Mittlerweile erfordern meine Ambitionen Richtung Kabarett und Bühne zu viel Zeit.

Sie erwähnen das Kabarett – wo liegt der Witz im Sport?

Der Witz liegt im Leben, in den Situationen, die man erlebt. Man kann das nicht Eins zu Eins auf die Bühne übertragen, aber man kann sich viel abschauen vom Leben. Mein Thema ist das Laufen, und das versuche ich den Leuten über dieses Medium näher zu bringen.

Das klingt, als wären Sie auf einer Mission.

Nein, das wäre zu viel gesagt.

Sie machen in ihrem Programm „Körner, Currywurst und Kenia“ auch Witze über Zahnpastatuben – wie lange hat es gedauert, bis Sie über ihre Dopingaffäre lachen konnten?

Das kann man an einem Datum nicht festmachen. Mittlerweile ist ja viel Zeit vergangen und es war im Zuge der Entwicklung des Stückes klar, dass Zahnpasta ein Thema wird.

Zum Start Ihres Vortrags haben Sie das Video von Ihrem Olympiasieg gezeigt. Wie fühlt sich das an, wenn man seinen größten Erfolg immer wieder sieht?

Das ist für mich ja ein Fremdbild, ich habe den Lauf ganz anders in Erinnerung. Der Lauf, den sehe, ist nicht der, den ich erlebt habe – also, eine Gänsehaut habe ich nicht mehr.



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