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Keine Emotionen, keine Punkte

Springe. Der Fanfarenzug stimmte nach dem Spiel „Happy birthday“ für ihn an, ein Fan überreichte ihm eine Torte – doch Arek Bosy brachte nur ein gequältes Lächeln über die Lippen. Ausgerechnet am 27. Geburtstag ihres Kreisläufers kassierten die Handballfreunde Springe ihre erste Heimniederlage in der laufenden Drittliga-Saison. Eine Woche nach dem 30:31 in Beckdorf unterlagen sie jetzt dem VfL Potsdam mit 24:25 (13:11).

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HF-Coach Holger Schneider war darüber „wahnsinnig enttäuscht“. Dass neben Jannis Fauteck auch Claus Karpstein mit einem Bänderriss voraussichtlich noch einige Wochen ausfallen wird, ließ Schneider ebenso wenig als Entschuldigung für die Niederlage gelten, wie das Pech bei einem gefühlten Dutzend Pfosten- oder Lattentreffern. „Wir sind ohne Emotionen ins Spiel gegangen“, schimpfte er.

Dabei fehlten bei den Gästen mit Jan Piske und Stephan Mellack noch zwei der wichtigsten Spieler. Mit unermüdlichem Kampfgeist hielten die Gäste das Spiel aber immer offen. Zumal der junge Torhüter Sebastian Schulz einen ebenso glänzenden Tag erwischte, wie Springes Jendrik Meyer, der schon in der ersten Minute einen Siebenmeter von Julius Dierberg parierte

Ohne Karpstein war Schneider gezwungen, im Rückraum zu improvisieren. Janis Helmdach, Daniel Deutsch, Dejan Dobardzijev und Justin Brand wechselten auf den drei Positionen durch – es war dem Spielfluss anzumerken.

Helmdach, zweimal Pawel Pietak und Fabian Hinz sorgten nach dem Seitenwechsel für eine scheinbar komfortable 17:12-Führung (37.). „Doch dann kriegen wir wieder Gegentore, weil wir vorne zu früh abschließen“, ärgerte sich Schneider.

In der 45. Minute war Potsdam wieder auf ein Tor dran (20:19), Pietak machte per Siebenmeter noch das 21:19. danach trafen die Gäste viermal in Folge und führen nun ihrerseits 23:21 (50.). Beim Stand von 23:24 vergaben Hinz und Jonas Borgmann jeweils frei vor Schulz sowie zweimal Daniel Deutsch den Ausgleich. Der gelang Dobardzijev erst in der 58. Minute. Der A-Jugendliche Marius Hoffmann konterte mit dem 24:25. Ein Anspiel von Deutsch auf Brand ging daneben, es begann die Taktiererei. 30 Sekunden vor Schluss nahm Potsdams Trainer Jens Deffke die Auszeit. Zehn Sekunden später scheiterte Dierberg an Meyer. Sofort zückte Schneider die Grüne Karte. Er brachte Bosy für Meyer als siebten Feldspieler. Es nützte nichts. Auch den letzten Wurf von Brand zwei Sekunden vor Schluss parierte Schulz – und verschwand anschließend in einer jubelnden blauen Spielertraube.

HF Springe: Meyer, Wendland – Pietak (9/4), Helmdach (5), Hinz (3), Dobardzijev (3), Brand (1), Bosy (1), Deutsch (1), Kolditz, Borgmann, Gorpishin, Reese (n. e.), Büchner (n. e.).jab

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