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NDZ-Sportredakteur Jan-Erik Bertram beim Einsteigertraining des SC-Lauftreffs

Jogging mit drei Jahren Anlauf

Der Winter ist endlich und endgültig vorüber, die Laufsaison hat wieder begonnen. Auch Sportredakteur Jan-Erik Bertram hat sich bewegt und beim Einsteigertraining des Lauftreffs des SC Bad Münder mitgemacht. Ein Erfahrungsbericht.

Zu warm angezogen? NDZ-Sportredakteur Jan-Erik Bertram läuft vor

Mittwoch, 18.15 Uhr. Es ist schön warm und ich bin froh, dass ich meine Laufleggings nicht anziehen muss. Nennen Sie mich altmodisch, aber als Mann, noch dazu mit nicht zu übersehendem Bauchansatz, hautenge Klamotten zu tragen – ich weiß nicht... Die Hose hatte ich mir vor knapp drei Jahren nebst Laufshirt und -jacke in einem Anflug von Motivation angeschafft – dann fing es an zu regnen und die Klamotten verschwanden im Schrank. Bis jetzt.

Zu neunt stehen wir auf dem Parkplatz an der Bergschmiede und lauschen den Begrüßungsworten der Trainer Detlef Erasmus und Kirsten Siebert. „Mal ehrlich, wer wäre zu Hause geblieben, wenn es geregnet hätte?“, fragt Detlef. Ich fühle mich ertappt. Dabei hätte ich mich bei keinem Wetter drücken können – zu vielen Leuten hatte ich erzählt: Ich gehe laufen. Die Blöße, es nicht zu tun, hätte ich mir nicht gegeben.

Bevor wir starten, messen wir unseren Ruhepuls: Meiner liegt bei 62 – alles normal. Langsam traben wir los. Und langsam heißt langsam. Das ist mir nur recht. Ich bin zwar kein kompletter Anfänger, das letzte Mal länger gelaufen bin ich allerdings vor sechs oder sieben Jahren. Nach zwei Minuten bleiben wir stehen. Bevor wir zurücklaufen, sagt Detlef: „Ich sehe mindestens zwei, die zu warm angezogen sind.“ Ich fühle mich schon wieder ertappt.

Gemeint sind nämlich Michael und ich. Michael trägt ein Radrenn-Trikot, ich meine Laufjacke über dem Laufshirt – ich wusste nicht, wohin sonst mit meinem Autoschlüssel. Immerhin entdecke ich, dass ich die Ärmel der Jacke abtrennen kann – nach drei Jahren! Wir laufen zurück. „Vergesst nicht zu atmen“, sagt Detlef. Vor allem das Ausatmen sei wichtig, „damit wir die verbrauchte Luft aus den Lungen kriegen“. Das Einatmen ginge ganz von selbst. Ich bin beruhigt...

Detlef und Kirsten sind zufrieden. Fünf Frauen und vier Männer sind in diesem Jahr beim Einsteigertraining dabei. Im vergangenen Jahr kam nur einer – aber auch nur einmal. Wir neun sollen in zwölf Wochen so fit gemacht werden, dass wir eine Stunde am Stück laufen können. „Ich glaube nicht, dass das bei mir klappt“, sagt Anfängerin Heidi später. Detlef beruhigt sie: „Keine Sportart bietet so schnell so große Erfolgserlebnisse wie das Laufen“, sagt er. Einmal in der Woche sei allerdings nicht genug. Detlef rät uns, mindestens noch zweimal zusätzlich zum gemeinsamen Training zu laufen.

Ich laufe die meiste Zeit mit Michael, dem Mann im Radrenn-Trikot, zusammen. Der sieht aus, als könne er eigentlich viel schneller sein. Fit genug ist er vom Radfahren eigentlich auch. „Dabei werden aber ganz andere Beinmuskeln benutzt“, sagt er. Die Erfahrung hat er gemacht, als er fürs Sportabzeichen die 1000 Meter laufen wollte und trotz Bombenkondition vorzeitig schlapp machte.

Die Pausen werden kürzer, die Laufintervalle dafür länger. Am Ende laufen wir fünf Minuten am Stück, insgesamt waren es wohl 20 oder 25 Minuten. Gutes Zeichen: Ich hatte die ganze Zeit genug Luft, um zu plaudern. Bislang bin ich immer alleine gelaufen, in der Gruppe habe ich eindeutig mehr Spaß. Das leichte Seitenstechen ignoriere ich einfach. „Keiner soll sich überfordern“, hatte Detlef dabei vor dem Training noch gesagt...

Wer das erste Training der Einsteigergruppe verpasst hat, kann trotzdem noch mitmachen. Die Gruppe trifft sich mittwochs, 18.15 Uhr, an der Bergschmiede in Bad Münder. Infos: Detlef Erasmus, 05042/28 37.



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