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Martin Kind hält Vortrag über das Wirtschaftsunternehmen Hannover 96

„Jede Saison fängt bei Null an“

Fußball (jab). „Geld schießt keine Tore“, hat Otto Rehhagel mal gesagt. Dass aber kein Geld erst recht keine Tore schießt und warum es wichtig ist, dass Klubs im Profi-Fußball geführt werden wie Unternehmen und nicht wie Vereine, hat Martin Kind, der Präsident von Hannover 96, in einem eineinhalbstündigen Vortrag mit dem Titel „Hannover 96 als Wirtschaftsunternehmen“ beim Rotary-Club Springe erklärt.

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Kind sprach deutliche Worte, die manchen Fan und Fußballromantiker ernüchtern mögen. Etwa, dass er die Zahl der Business-Seats im Stadion deutlich erhöhen will. Dass er auf eine Steigerung des Dauerkartenverkaufs hofft, weil dann „der freie Verkauf dynamischer wird“. All das mit dem Ziel, Hannover 96 von einer regionalen zur mindestens nationalen Marke zu machen, um mehr Erlöse zu erzielen, die letztlich der Mannschaft zugute kämen.

„Vereine im Profifußball sind Wirtschaftsunternehmen“, lautet Kinds Kernthese. Allein wegen der Millionen-Umsätze, durch die jeder einfache Sportverein seine Gemeinnützigkeit verlieren würde. Deshalb hat auch Kind kurz nach seinem Amtsantritt 1997 eine Sanierungsgesellschaft gegründet, um die 10 Millionen Mark Verbindlichkeiten, die 96 damals drückten, tilgen und in die Zukunft investieren zu können. Die „Hannover 96 Sales & Services GmbH & Co. KG“ ist noch heute der Kern des „Unternehmens“ Hannover 96, das mit insgesamt drei Gesellschaften über ein Stammkapital von fast 26 Millionen Euro verfügt.

Statt einer Millionen Mark wie Ende der 1990er-Jahre hat 96 heute Sponsoring-Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich – Euro versteht sich. Aber: „Wirtschaftlich sind wir damit auf allen Ebenen im unteren Drittel der Liga“, so Kind.

Die erste Mannschaft sei das einzige Produkt, das das „Unternehmen“ Profi-Verein habe. Der Unterschied zur „echten“ Wirtschaft: „Sie fangen jede Saison bei Null an und haben nur ein Jahr Zeit, ihr Unternehmensziel zu erreichen.“ Das Ziel laute in jedem Jahr mindestens: Klassenerhalt: „Nur die 1. Liga bietet wirtschaftliche Optionen“, sagt Kind. Die 2. Liga sei schon die Vorstufe zum „wirtschaftlichen Selbstmord“. Kind will natürlich mehr, als drinbleiben: „Ich bin ehrgeizig. Bevor ich zurücktrete, will ich beweisen, dass wir auch mal in der Champions League spielen können.“



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