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Jan-Wilko Heinzel fehlt nicht viel zur Medaille

SPRINGE. Ein kleiner Wackler hat Jan-Wilko Heinzel seine erste internationale Medaille gekostet. Bei den Europameisterschaften der High-Diver in Locarno kam der 28-jährige ehemalige Springer auf den vierten Rang.

Nur Fliegen ist schöner: Jan Wilko Heinzel (vorn) bei einem Synchronsprung mit dem Schweizer Matthias Appenzeller. Foto: Privat
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Es war sogar der zweite Platz drin, aber ich bin beim letzten Sprung etwas ausgerutscht“, sagt Heinzel.

High-Diving, oder Klippenspringen, ist Wasserspringen – aus 27 Metern Höhe. Wie beim olympischen Turmspringen vollführen die Athleten in der Luft Salti und Schrauben, tauchen aber mit dem Füßen voran ins Wasser – Kopfsprünge aus so großer Höhe sind zu riskant.

An diesem Wochenende tritt Heinzel bei einem Show-Event in Dänemark an. Insgesamt ist er acht bis neun Wochen im Jahr unterwegs in Sachen High-Diving. So finanziert er sein Studium, das er im kommenden Frühjahr abgeschlossen haben will. „Das ist ganz angenehm, ein leichtes Plus zu haben, wenn man nach Hause kommt“, sagt Heinzel.

Schwindelerregende Höhe: Aus 27 Metern stürzen sich die Highdiver in die Tiefe. Foto: Privat
  • Schwindelerregende Höhe: Aus 27 Metern stürzen sich die Highdiver in die Tiefe. Foto: Privat

Richtig Geld zu verdienen gäbe es in der „Red Bull Cliff Diving“-Serie, so etwas wie die Formel 1 der Klippenspringer. Darüber muss man sich über den Weltcup qualifizieren – wegen einer Verletzung, die er sich vor eineinhalb Jahren zuzog, hat Heinzel es bislang nicht geschafft.

Vielleicht klappt es über die Hintertür. Am nächsten Wochenende macht die Tour Station in Kopenhagen. „Das ist ja vergleichsweise nah“, sagt Heinzel. Er will hinfahren und mittrainieren. „Manchmal ergibt sich die Chance, wenn jemand ausfällt, dass man mit springen darf.“ Es wäre eine ziemliche Herausforderung. In Kopenhagen springen die Sportler vom Dach des Opernhauses aus 28,5 Metern Höhe – normal sind 27 Meter. „Die eineinhalb Meter merkt man beim Aufprall auf das Wasser schon“, sagt Heinzel.

Er will weiter versuchen, sich über den Weltcup für die Red-Bull-Serie zu qualifizieren – und für die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr. Außerdem geht es ihm darum, dabei zu sein, sollte es einen olympischen Demonstrationswettkampf geben.

In Form ist er. Vor der EM hatte er bei einem Wettkampf auf Kreta mit noch stärkerer Konkurrenz den sechsten Platz belegt. Bei einem Festival in Tschechien, wo aus zwölf und zwanzig Metern Höhe gesprungen wurde, kam er jeweils auf den dritten Rang. „Das war ein ganz guter Abschluss“, sagt Heinzel.



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