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Landgericht weist Eilveser Klage gegen den NFV ab / Strittige Regelung aber verbandsintern auf Prüfstand

„Irgendwo muss es einen Schnitt geben“

Fußball (jab). Der Anhang 3 der Spielordnung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) hat der zivilrechtlichen Überprüfung standgehalten. Das Landgericht Hannover hat gestern die Klage des STK Eilvese abgewiesen. Der Verein sieht in dem Anhang einen Verstoß gegen das Kartellrecht.

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Der Anhang 3 schreibt vor, dass Vereine die Zulassung zur Oberliga Niedersachsen oder zur Landesliga nur dann erhalten, wenn sie in der vorigen und der laufenden Saison mindestens eine eigene A-, B- oder C-Juniorenmannschaft zum Spielbetrieb gemeldet haben. Die Eilveser hatten zwar zwei Jugendteams gemeldet, aber in Jugendspielgemeinschaften (JSG), die gemäß NFV-Statuten nicht anerkannt werden. Daher verweigerte ihnen der Bezirksspielausschuss den Aufstieg in die Landesliga, den sie als Meister der Bezirksliga 1 sportlich geschafft hatten – genau so erging es auch dem FC Eldagsen als Meister der Bezirksliga 4.

Für STK-Anwalt Jürgen Scholz stellt die NFV-Regelung eine „missbräuchliche Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung“ dar. Denn die Jugendförderung sei zwar ein „unterstützungswürdiges Ziel“, sie sei wegen des demografischen Wandels und des veränderten Freizeitverhaltens aber schlichtweg nicht allen Vereinen möglich, vor allem in strukturschwächeren Gegenden wie eben Eilvese. Der STK habe mit der Beteiligung an der Spielgemeinschaft mit Mardorf und Schneeren Willen gezeigt. „Was soll man mehr tun?“, fragt Scholz.

Richter Ullrich Kleybolte sieht es anders: Die Anforderungen des Anhangs 3 halte er nicht für unangemessen hoch, „weil nur eine Jugendmannschaft gefordert wird“. Die Regelung hindere keinen Verein zielgerichtet am Spielbetrieb. „Die Tatsache, dass der Verein die Bedingungen nicht erfüllen kann, macht die Regelung nicht unwirksam. Irgendwo muss es einen Schnitt geben.“

August-Wilhelm Winsmann, NFV-Vizepräsident und Vorsitzender des Bezirks Hannover, beobachtete die Verhandlung – und wurde nicht überrascht: „Das ist das Urteil, das ich erwartet habe.“ Winsmann freut sich, „dass den Verbandssatzungen Rechtssicherheit gewährt wurde“. Nichtsdestotrotz stehen die Regelungen des Anhangs 3 auch verbandsintern auf dem Prüfstand. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werden wir überprüfen, ob die Regelungen noch zeitgemäß sind“, so Winsmann.

Der Verband dürfte aber zunächst die Urteilsbegründung abwarten. Denn erst danach wird auch der STK Eilvese über eine mögliche Berufung entscheiden.



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