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Ein Leben für den Rennsport: Stephanie Rank, Reitlehrerin in Eldagsen, ist erfolgreiche Galoppsportlerin

„Ich wollte schon immer Jockey werden“

Reiten. Für ein Model wäre sie eindeutig nicht groß genug, aber für einen Jockey hat Stephanie Rank Traummaße: 1,63 Meter klein, 52 Kilogramm leicht – „davon träumt mancher Profi“, sagt die 33-Jährige. Sie muss es wissen. Jahrelang war sie selbst als Berufsreiterin auf den Rennbahnen in Deutschland unterwegs. Nach einigen Jahren Pause tritt sie heute wieder mit einer Amateur-Lizenz an. Im Hauptberuf ist Rank Reitlehrerin beim RV Eldagsen.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Vor vier Wochen beim Renntag auf der Neuen Bult in Hannover schaffte Rank gleich zwei Siege – einen davon auf Spiffing. „Das ist mein Liebling“, sagt sie. Vor zwei Jahren bekam sie den heute siebenjährigen Hengst. „Ich habe ihn in Ruhe aufgebaut. Er war psychisch ein wenig gestört“, sagt Rank. Das sei typisch für Rennpferde, die häufig vor allem körperlich trainiert werden, gerade in großen Ställen aber selten zum Toben auf die Koppel dürfen. „Die Gefahr, dass sie sich dabei verletzen ist zu groß“, sagt sie.

Der Galopprennsport sei deshalb „in Deutschland etwas verpönt“, weiß Rank. Ihre Pferde bekommen genug Zeit zum Ausruhen. Trainiert werden sie bei Karl Demme in Hannover, hin und wieder nimmt sie sie mit nach Wülfinghausen, „damit sie den Kopf freikriegen“. Das sei gerade bei den Englischen Vollblütern, den typischen Rennpferden, wichtig: „Die sind super sensibel“, so Rank, „aber auch vielseitig einsetzbar.“ So ist ihre Schimmelstute White Wonder, mit der sie so manches Rennen bestritten hat, mittlerweile als Schulpferd beim Reitverein im Einsatz.

Rank ist ein seltenes Exemplar. Nur knapp 200 Jockeys gebe es in Deutschland, sagt sie. Sie war schon als Kind regelmäßig auf der Rennbahn. Ihr Vater besaß Galopper. „Ich wollte schon immer Jockey werden.“ Also machte die gebürtige Hannoveranerin eine Ausbildung zur Pferdewirtin mit Schwerpunkt Rennreiten. Acht Jahre arbeitete sie in dem Beruf, dann kam Tochter Joana, Rank machte eine Pause, zog nach Eldagsen, machte sich als Reitlehrerin beim Reitverein selbstständig. „Es dauert mitunter eine Weile, bis ich das Vertrauen der Schüler gewinne“, gibt sie zu, „viele haben einen falschen Eindruck von Jockeys. Ich heize im Gelände mit den Pferden nicht Vollgas rum.“

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In Eldagsen sei der Galoppsport ohnehin kein Thema, sie bringt ihren Schülern den Umgang mit den Pferden von der Pike auf bei, die meisten seien Freizeitreiter, „wir sind hier nicht auf Leistung ausgerichtet“.

Ganz ohne den Rennsport geht es bei ihr aber nicht, also fing sie vor einigen Jahren als Amateur wieder an. „Ich habe jetzt keinen Druck mehr, mein Geld damit verdienen zu müssen“, sagt sie. Neben Spiffing besitzt sie die zweijährige Stute Peppra, die sie selbst ausgebildet hat, und den jungen Count Lucien, „der ist gerade im Aufbau“. Am Sonntag, 30. Oktober, ist sie am letzten Renntag auf der neuen Bult wieder im Einsatz.



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