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Springer 96-Fans freuen sich aufs Niedersachsen-Derby morgen – und hoffen auf ein friedliches Drumherum

„Ich kenne sogar nette Braunschweiger“

Springe. Noch einmal schlafen, dann ist endlich wieder Niedersachsen-Derby. Zum ersten Mal seit 1976 treffen morgen wieder Hannover 96 und Eintracht Braunschweig in einem Bundesliga-Spiel aufeinander. Bei den Fans ist das Duell zwischen „Peine-West“ und „Peine-Ost“ seit Wochen Thema Nummer 1. Auch aus Springe sind etliche Anhänger live im Stadion dabei.

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Autor:

Jonas Lürig und Jan-Erik Bertram

Dennis Läbe von „U96“, einem von drei Springer Fanclubs, allerdings nicht. „Ich habe leider keine Karte, es gab ja keine im freien Verkauf“, sagt er. Im U96-Fanclub sind fast nur Familienväter um die 40 organisiert. Viele sind es allerdings nicht mehr, sagt Läbe. Und wegen der zu erwartenden Randale „sagen bei uns fast alle: Wir gucken es lieber im Fernsehen“. Läbe hofft, dass es friedlich bleibt, „aber wenn ich sehe, was so in den Internet-Foren geschrieben wird...“

Tobias Förster von den „Three Lions“ macht sich deswegen keine Sorgen: „Die Gefahr besteht immer, auch bei diesem Spiel.“ Im Stadion selbst sei man sicher, bei der An- und Abreise vertraue der Fanclub auf die Sicherheitskräfte. In Försters Bekanntenkreis finden sich auch Braunschweig-Fans. Die Sticheleien hätten sich in den letzten Wochen logischerweise immer weiter zugespitzt. Förster bleibt da aber ganz pragmatisch: „Man kommt miteinander aus. Wir versuchen halt, nicht über Fußball zu reden, sonst wird es schwierig.“

Auch Läbe kennt etliche Anhänger aus der Löwenstadt, schließlich hat er 16 Jahre lang in Helmstedt gelebt – und damit quasi im BTSV-Land. „Ich kenne sogar viele nette Braunschweiger“, sagt er, „der Vorsitzende des größten Eintracht-Fanclubs war mein Nachbar. Aber es gibt eben auch ein paar Bekloppte, die über die Stränge schlagen.“

Gebürtiger Helmstedter ist auch Marcus Diekmann, der Geschäftsführer der Stadtwerke Springe – und damit Eintracht-Fan. Auch er geht morgen ins Stadion, „aber meine Fan-Utensilien lasse ich zu Hause“, sagt er. Auch, weil er das Spiel gemeinsam mit Springer 96-Fans besucht. Nach dem Sieg zuletzt gegen Leverkusen – dem ersten Bundesliga-Heimsieg nach 28 Jahren – seien „alle Braunschweig-Fans emotional unheimlich bewegt“, sagt Diekmann. Was ihm Hoffnung auf ein friedliches Derby gibt: „Im Spiel gegen Leverkusen fing jemand mit Anti-Hannover-Parolen an – der wurde von der Südkurve gnadenlos ausgepfiffen.“

Die Rivalität zwischen den beiden Klubs ist historisch, den meisten Fans wurde sie quasi mit der Muttermilch anerzogen. Klar, dass 96-Fan Förster sagt: „Alles außer einem Sieg wäre eine Enttäuschung. Wir wollen, dass 96 die Nummer 1 in Niedersachsen bleibt.“

96-Fans, die mit der S5 anreisen, wird empfohlen, bis zum Hauptbahnhof zu fahren, denn der Sonderzug der Eintracht-Fans fährt direkt zum Bahnhof Linden/Fischerhof. Auch die Parkplätze im Bereich der Stammestraße sind für die Braunschweiger reserviert. 96-Anhänger, die mit dem Auto anreisen, sollten am Schützenplatz parken.

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