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HSG Deister Süntel: Gemeinsam in die Zukunft

SPRINGE/BAD MÜNDER. Die Abmeldung des Drittligateams der HF Springe kurz nach dem Saisonende war ein Schock für die hiesige Handballszene. „Aber es ist wie es ist. Wir haben einen Haken drangemacht“, sagte Pressesprecher Jens Buchmeier jetzt bei einer Infoveranstaltung der HSG Deister Süntel.

Der HSG-Vorsitzende Matthias Herbst stellt den Mitgliedern die Ideen des Vorstands vor. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Die HF hatten die HSG im vorigen Jahr gemeinsam mit den Handballern der TuSpo Bad Münder gegründet. Gemeinsam mit dem HSG-Vorsitzenden Matthias Herbst stellte Buchmeier den etwa 50 Interessierten vor, wie der Handball in Springe und Bad Münder in den Leistungsbereich zurückkehren soll.

Mittelfristig sollen die Herren wieder in die Oberliga. Dafür müsste das Team von Trainer Jan Linke, das jetzt in der Regionsoberliga spielt, dreimal aufsteigen. Doch Geduld ist gefragt. Denn weil kein Nachfolger für Jugendkoordinator Christian Ellmers gefunden wurde, gibt es weder ein A- noch ein B-Jugendteam – also keinen Unterbau.

Deshalb ist Geduld gefragt – und Personal. Denn im E-Jugend- und Minibereich gebe es jede Menge Spieler – aber nicht genug Betreuer, wie Jugendwart Henning Hitzschke erklärte. „Wenn wir wollen, dass oben die Reihen geschlossen werden, müssen wir unten anfangen“, sagte er.

Personal fehlte bislang an allen Ecken und Enden. Zu wenige Ehrenamtliche hatten zu viele Aufgaben zu erledigen. Das wollen die Verantwortlichen ändern. „Wenn bislang jemand Hilfe angeboten hatte, bekam er gleich ein Amt. Das war ein Fehler“, sagte Buchmeier. Jeder solle nur so viel helfen, wie er kann. Und: „Wir müssen für jeden die passende Aufgabe finden.“

Deshalb wurden Listen ausgelegt, in denen sich potenzielle Helfer eintragen und einen der fünf Organisationsbereiche auswählen sollten, für den sie sich engagieren wollen: Finanzen, Sport, Organisation, Marketing/Sponsoring sowie Public Relations. „Aus jeder der fünf Arbeitsgruppen soll sich dann ein Ansprechpartner für den Vorstand herauskristallisieren“, erklärte Herbst. Es solle „ein gelebter Prozess“ werden, betonte Buchmeier. „Wir wollen kein fertiges Konzept auf den Tisch legen, sondern die Mitglieder einbinden.“

Auch andere Fehler aus der Vergangenheit wollen die Verantwortlichen nicht wiederholen. Etwa beim Thema Geld. „Wenn wir in die Oberliga wollen, geht es nicht ohne Geld“, sagte Buchmeier, „das heißt aber nicht, dass wieder alles Geld in die erste Herrenmannschaft fließt – sondern auch in die Qualifizierung von Trainerin oder die Veranstaltung von Gemeinschaftsaktionen.“

Letztere waren in den sportlich erfolgreichen letzten zehn Jahren auf der Strecke geblieben, „die Gemeinschaft wollen wir wieder stärken“, sagte Buchmeier – etwa indem die früher obligatorische Himmelfahrtswanderung wieder auflebt.

Die Gemeinschaft hochgehalten hatten in den vergangenen Jahren vor allem die Damen. Die waren fast in Mannschaftsstärke zur Infoveranstaltung angetreten – und einigermaßen angefressen, dass sich sportlich weiterhin fast alles auf die Herren konzentrieren soll. Dabei spielen auch die Damen in der Regionsoberliga – und haben eine A-Jugend als Unterbau. Was Trainerin Steffi Böttcher auch störte: Fast kein Herrenspieler kam zur Infoveranstaltung, weil es tags zuvor ein gesondertes Treffen gegeben hatte.

Das habe daran gelegen, dass bei den Herren durch die Abmeldung des Drittligateams sowie der A- und B-Jugend „eine völlig neue Situation“ entstanden sei, entschuldigte der sportliche Leiter Henning Jung.

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