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Nettelredes Trainer bezieht Stellung zum Spielabbruch gegen Latferde / TSV erwägt Protest

Hollmann: „Es war eine Schutzmaßnahme“

Fußball (jab). Der TSV Nettelrede hat nicht den besten Ruf bei den Schiedsrichtern im Kreis Hameln-Pyrmont. In den vergangenen drei Jahren belegten die Grönjer jeweils den letzten Platz in der Kreisliga-Fairnesstabelle. Und am Sonntag sorgten sie gleich für den negativen Höhepunkt des ersten Leistungsklassen-Spieltages, als sie in der 76. Minute der Partie gegen Latferde geschlossen den Platz verließen – zu diesem Zeitpunkt waren sie nur noch zu acht und lagen 0:6 hinten. Ist das ein weiterer Beleg für Nettelreder Unbeherrschtheit – oder hat der Schiedsrichter den TSV gnadenlos verpfiffen?

Frustriert: Dirk Hollmann.

Für Nettelredes Coach Dirk Hollmann gilt Letzteres: „Ich unterstelle ihm keine Absicht. Aber das war eine Aneinanderreihung von absoluten, auch spielentscheidenden Fehlentscheidungen – so lasse ich mich nicht verarschen.“ Hollmann selbst zog die Notbremse und holte die Mannschaft eine Viertelstunde vor Schluss vom Feld. Ihm sei klar, dass der Verein wohl eine Strafe aufgebrummt bekommt, „aber wenn es so weiter gegangen wäre, hätten wir wahrscheinlich noch zwei oder drei Rote Karten kassiert. Es war eine Schutzmaßnahme.“

Der erste große Aufreger war ein vermeintlicher Elfmeter. Aus Sicht der Nettelreder hatte der Unparteiische nach einem Foul an Michael Polzin auf den Punkt gezeigt, nach Latferder Protesten aber auf Freistoß außerhalb des Strafraums entschieden. Was Hollmann noch ärgert: „Obwohl er bedrängt wird, gibt er keine Gelben Karten. Für uns gab es vorher Gelb nach harmlosen Zweikämpfen.“ Danach gab es auch Gelb-Rot gegen Polzin und Steven Kirsch, die die Schiri-Entscheidung kommentiert hatten. Latferdes Trainer Thomas Pernath hat die Strafstoß-Situation anders gesehen: „Der Schiedsrichter hat nicht auf Elfmeter entschieden, sondern nur einen Regelverstoß angezeigt.“

Aus Hollmanns Sicht reihte sich aber weiter Fehlentscheidung an Fehlentscheidung. Etwa als Rouven Kirsch Rot sah, weil er den Schiedsrichter umrannte. Keine Absicht, sagt Hollmann: „Er erwartet einen Pass, schaut auf den Ball und sieht den Schiri nicht.“ Oder bei den Gegentoren fünf und sechs, als die Torschützen mehrere Meter im Abseits gestanden haben sollen. „Irgendwann reicht es“, sagt Hollmann, der sogar erwägt, Protest gegen die Wertung des Spiels einzulegen.

Pernath deutet Verständnis für Hollmann an: „Die Schiedsrichter-Leistung ist in Frage zu stellen. Es ist auch nicht leicht, was man als Trainer Woche für Woche mitmachen muss in dieser Liga.“ Latferdes Trainer nimmt aber auch den Referee in Schutz: „Ohne Assistenten ist es immer schwer. Vor allem auf dem Dorf, in Latferde wäre es nicht viel anders.“

Hollmann kann diese Ansicht nicht teilen, ihm ist vorerst der Spaß am Fußball vergangen: „Nach so einem Spiel macht man sich Gedanken, ob es überhaupt Sinn macht, die Zeit noch zu investieren.“



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