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HF Springe: Die Gesichter der Saison

SPRINGE. Die Handballsaison 2016/17 in der 3. Liga ist Geschichte. Die Mannschaft der HF Springe hat als Dritter der Oststaffel aus den gegebenen Voraussetzungen wohl das Maximum herausgeholt. Einige Akteure fielen während der Saison besonders auf – im positiven wie im negativen Sinn. Wir präsentieren fünf von ihnen:

„Es war eine interessante Erfahrung“, sagt Ex-Weltmeister Sebastian Preiß, hier mit HF-Trainer Oleg Kuleshov, nach seiner ersten Saison in der 3. Liga. Fotos: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Der Senkrechtstarter

Im vorigen Jahr mischte Tim Otto – noch als A-Jugendlicher – in Diensten des VfL Hameln die Oberliga auf. Nach Springe kam er, um sich zu entwickeln – und wurde gleich zur Lebensversicherung der HF. Mit 172 Treffern avancierte der 19-Jährige in seiner ersten Drittliga-Saison gleich zum zweitbesten Feldtorschütze der Ost-Staffel. In den anderen drei Staffeln trafen insgesamt nur sechs Spieler öfter als Otto, der nicht nur Zug zum Tor bewies, sondern im Laufe der Saison auch immer mehr Spielverständnis bewies. „Es hätte keiner gedacht, dass ich den Sprung so schnell schaffe – ich am allerwenigsten“, sagte Otto anlässlich seiner Vertragsverlängerung vor zweieinhalb Monaten. Mindestens zwei weitere Jahre können sich die HF-Fans über seine Tore freuen.

Der Dauerbrenner

Tim Otto
  • Tim Otto
Maximilian Kolditz
  • Maximilian Kolditz
Amer Zildzic
  • Amer Zildzic
Dauerhaft 3. Liga? Jakob Bormann ist auf dem Sprung.
  • Dauerhaft 3. Liga? Jakob Bormann ist auf dem Sprung.
Tim Otto
Maximilian Kolditz
Amer Zildzic
Dauerhaft 3. Liga? Jakob Bormann ist auf dem Sprung.

Über zu wenig Verletzungssorgen konnten die Springer sich während der Saison wahrlich nicht beklagen. Einer hat jedoch kein Spiel verpasst: Ex-Weltmeister Sebastian Preiß, mit 36 Jahren der Älteste im Team. „Ich bin die deutsche Eiche“, sagte der Kreisläufer nach dem letzten Saisonspiel lachend. Nach fast 20 Jahren in der 1. und 2. Liga war er vor der Saison nach Springe gekommen. „Es war für mich eine interessante Erfahrung“, sagte er nach seinem ersten Jahr in der 3. Liga. „Es macht Spaß mit den Jungs, aber in solchen Ligen passieren manchmal auch Sachen, mit denen man nicht rechnet“, so Preiß in Anspielung etwa auf die erste Phase der Vorbereitung, als die Springer drei Wochen lang keine Halle zur Verfügung hatten.

Der Pechvogel

In der Rückserie der Saison 2015/16 fing es an. Eine Sprunggelenksverletzung setzte Linksaußen Maximilian Kolditz außer Gefecht. Im letzten Saisonspiel zog er sich dann eine Kreuzbanddehnung zu und verpasste so die Vorbereitung auf die neue Serie. Gerade war er wieder fit, da stoppte ihn ein Muskelfaserriss im Ellenbogen. Und als der auskuriert war, riss ihm die Strecksehne im kleinen Finger – drei Monate Pause. Zwei Spiele machte er danach, dann zog er sich eine Bänderverletzung im linken Handgelenk zu und musste operiert werden. Keiner dürfte sich über das Saisonende mehr freuen als Kolditz.

Die Enttäuschung

Er kam aus der ersten spanischen Liga – doch die Erwartungen in Springe konnte Amer Zildzic nicht erfüllen. Der bosnische Mittelmann stieß spät in der Vorbereitung zum Team und brauchte lange, um Fuß zu fassen. Sprachprobleme waren dafür der Hauptgrund. Allzu große Anstrengungen, Deutsch zu lernen, hat er allerdings nicht unternommen. In der zweiten Saisonhälfte lief es besser zwischen Zildzic und seinen Teamkollegen. Nur das könnte ein Grund sein, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern: Dann müssten die Springer nicht wieder bei Null beginnen: „Es ist wichtig, dass Mannschaft und Mittelmann gut eingespielt sind“, sagt HF-Kapitän Fabian Hinz.

Das Eigengewächs

Es gab schon öfter Spieler aus der eigenen Jugend, die beim Drittligakader dabei waren. Oft waren es aber Notlösungen – und nach einer Saison verabschiedeten sie sich meistens, weil die Einsatzzeiten den großen Aufwand nicht rechtfertigten. Bei Jakob Bormann ist das anders. Schon am letzten Spieltag der vorigen Saison in der 2. Liga gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft, in diesem Jahr stand er in fast jedem Spiel im Kader – und kam meistens auch zum Einsatz. Bormanns Chancen, sich als erstes HF-Eigengewächs fest in den Drittliga-Kader zu spielen, stehen nicht schlecht – in Springe bleibt er in jedem Fall.

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