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HF Springe auf dem Zahnfleisch zum Remis

SPRINGE. „Hätte man mir vor dem Spiel einen Punkt angeboten, hätte ich ihn sofort genommen“, sagte Hendrik Pollex, der Rückraum-Rechte von Drittligist Handballfreunde Springe. Doch glücklich sahen er und seine Teamkollegen nach dem 28:28 (11:9) gegen den TV Großwallstadt nicht aus.

Die Springer, hier Amer Zildzic (l.) und Sergej Gorpishin gegen Jan Blank, verteidigten leidenschaftlich – und aus Sicht der Schiedsrichter allzu oft nicht regelkonform. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Denn obwohl die Springer mit dem letzten Aufgebot den ambitionierten Traditionsclub empfingen, lagen sie lange in Führung. Doch am Schluss gingen ihnen die Kräfte aus. Und dann waren da noch die Unparteiischen...

„Die Schiedsrichter haben uns heute einen Punkt geklaut“, sagte Rechtsaußen Pawel Pietak. Auch die Zuschauer hatten die Unparteiischen Jan Krüger und Björn Schmidt als Schuldige für den Punktverlust – so fühlte das Remis sich für die Springer an – ausgemacht und bedachten sie nach dem Spiel mit „Schieber, Schieber“-Rufen. Sie ärgerten sich vor allem über die vielen, teils fragwürdigen Siebenmeterpfiffe für die Gäste. Zehn Stück waren es insgesamt, die Großwallstadts Ex-Nationalspieler Michael Spatz allesamt verwandelte – den einen, den HF-Keeper Svebor Crnojevic parierte, im Nachwurf.

Die Schiedsrichter waren das eine, die vielen technischen Fehler der Springer das andere. Die leisteten die Gastgeber sich in der Anfangsphase zu Hauf. Als sie nach zehn Minuten mit 1:4 hinten lagen, deutete sich ein Trauerspiel an – passend zu den schwarzen Auswärtstrikots, die die Springer ausnahmsweise trugen.

Doch die Springer kämpften sich zurück. Die nächsten zehn Minuten erinnerten an die starke Rückrunde der vorigen Saison. Jetzt standen die HF sicher in der Abwehr, machten nach jedem Ballgewinn Tempo und kamen über die erste und zweite Welle zu einfachen Toren. In der 20. Minute sorgte Pietak mit einem Heber für das 7:6 – die erste Springer Führung.

War die erste Halbzeit noch von zwei starken Abwehrreihen geprägt, war es nach dem Seitenwechsel ein Spiel der offenen Tore. Fast jeder Angriff führte jetzt zum Treffer. Bis zur 52. Minute führten die Springer noch mit drei Toren (25:22). Doch ihnen war anzumerken, wie die Kräfte mehr und mehr schwanden.

Kein Wunder: Es standen nur neun Feldspieler zur Verfügung, „davon haben drei die ganze Woche nicht trainieren können“, sagte HF-Kapitän Fabian Hinz, „in den letzten zehn Minuten konnte kaum noch einer laufen. Deshalb werden wir mit einem Tag Abstand mit dem Punkt zufrieden sein.“

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