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„Hast du die letzten vier Spiele gesehen?“

Springe. Es war kein berauschender Sieg der Handballfreunde Springe im Drittliga-Derby beim HSV Hannover. Deutlich war er schon gar nicht. Umso größer war die Erleichterung bei den Gästen nach dem 27:25-Erfolg, den sie mit den 200 mitgereisten HF-Anhängern ausgelassen feierten. Torwart Jendrik Meyer stimmte sogar ein „Humba“ an – das ist den wichtigen Spielen vorbehalten.

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Meyer sollte und wollte in der Schlussphase eigentlich gar nicht mehr auf der Platte stehen. Er hielt zunächst nicht so überragend wie in den letzten Spielen. Nach 35 Minuten beim Stand von 18:14 für den HSV löste ihn Mustafa Wendland ab – und hatte mit seinem Paraden großen Anteil an der Wende. Als er jedoch zwölf Minuten später aus Frust über ein Gegentor gegen den Pfosten trat und eine Zweiminutenstrafe kassierte, kam Meyer wieder ins Spiel und parierte direkt eine Großchance von Hannovers Felix Richter.

Dennoch wollte er nach Ablauf von Wendlands Zeitstrafe seinen Platz zwischen den Pfosten wieder räumen. Wendland bedeutete ihm aber, auf der Platte zu bleiben – eine bemerkenswerte Geste des 21-Jährigen, der vor der Saison vom Stralsunder HV an den Deister gekommen war. Allzu viel Einsatzzeit hat er bislang nicht bekommen. Auf die Frage, warum er dennoch Meyer den Vortritt ließ, antwortet er mit einer Gegenfrage: „Hast du die letzten vier Spiele gesehen?“ Meyer habe bislang überragend gehalten, „in dem Spiel brauchte er einfach mal eine Auszeit“.

Mit seinen Spielanteilen ist Wendland bislang auch so zufrieden. „Man muss sich seine Einsatzzeiten erarbeiten“, sagt er, „und mir war ja wichtig, dass ich einen erfahrenen Mann vor mir habe.“ Seinen Wechsel nach Springe hat er also nicht bereut, „ich wurde gut aufgenommen“, sagt Wendland, der in Hannover gerade eine Ausbildung angefangen hat und nun eine Bleibe in der Landeshauptstadt sucht.

Nach fünf Spielen sind die Springer als einzige Mannschaft neben Zweitliga-Absteiger Henstedt-Ulzburg noch ohne Verlustpunkt. Vom Aufstieg wollen sie in Springe dennoch nicht reden – das macht die Konkurrenz. „Wenn man so viel Geld in den Kader steckt, muss man aufsteigen wollen“, sagte HSV-Trainer Alfred Thienel bei der Pressekonferenz nach dem Derby – und gab damit den Anstoß zu einem hitzigen Wortgefecht mit Schneider, der vorgab, den eigenen Etat gar nicht zu kennen: „Überall heißt es, was wir für einen Riesenetat haben. Aber es geht nicht nur darum, ob man Geld hat, sondern dass es Leute gibt, die sich kümmern.jab

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