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Hagen Sicher: Ein Schwimmer geht in die Luft

GESTORF. In knapp zwei Wochen steigen in Berlin die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Schwimmer. Hagen Sicher war in den vergangenen Jahren immer dabei. Diesmal nicht – wegen seiner Ausbildung legt der Gestorfer eine Pause ein.

Hagen Sicher bestreitet zurzeit keine Wettkämpfe.
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Ich bin seit vier Monaten bei der Bundeswehr“, sagt Sicher, der von Anfang Juli bis Ende September seine Grundausbildung in Roth bei Nürnberg absolvierte. „Da hatte ich zum trainieren überhaupt keine Zeit“, sagt er. „Es war aber auch ganz gut, dass ich raus war.“ Die vergangene Saison lief nicht so wie erhofft, obwohl sicher bei den Deutschen Jahrgangs-Meisterschaften immerhin zwei achte Plätze belegt hatte.

Ganz mit dem Schwimmsport aufzuhören ist für den 19-Jährigen kein Option. „Ich will auf jeden Fall weitermachen. Der Rahmen der Möglichkeiten ist im Moment aber kleiner.“ In den letzten Jahren trainierte er am Olympiastützpunkt in Hannover, besuchte dort auch das Teilzeit-Internat – beste Bedingungen. Jetzt besucht er in Fürstenfeldbruck bei München die Offiziersschule, hat jeden Tag bis 17 Uhr Dienst. „Oft auch länger. Und danach muss ich noch lernen“, sagt Sicher.

Die Zeit für seinen Sport will er sich aber nehmen. „Für die Kurzbahn-DM hätte ich aber vor drei Wochen mit dem Training beginnen müssen – da war ich noch mit der Bundeswehr unterwegs.“ Für seinen Verein W98 Hannover will er vorerst weiterhin starten. „Für die Mannschaftswettbewerbe komme ich auch hoch“, sagt Sicher, der bei der Bundeswehr eine Ausbildung zum Piloten machen will.

Das Studium dazu beginnt in knapp einem Jahr, „dann habe ich wieder mehr Zeit zum Trainieren“. Die Jahrgangsmeisterschaften im kommenden Jahr hat Sicher sich zum Ziel gesetzt. „Es ist das letzte Mal, dass ich daran teilnehmen darf, irgendwie muss ich mich darauf vorbereiten. Vielleicht geht noch mal was.“ Um sich zu qualifizieren, muss er in die deutschen Top 100 auf der jeweiligen Strecke schwimmen. Dazu reicht im Grunde ein Wettkampf. „Das ist auf meinen besten Strecken nicht so wild“, sagt der Brust- und Delfin-Spezialist. „Ich will dann aber bei der DM auch so gut schwimmen, dass ich sage: Es hat sich gelohnt.“

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