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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

GESTORF/SPRINGE. Fußball ist auch in Springe Volkssport Nummer 1. Doch im Herrenbereich gibt es offensichtlich zu wenige Spieler für zu viele Vereine – zwei Teams bekommen das gerade besonders zu spüren.

Tim Symolka (l.) ist einer von zahlreichen Abgängen beim TSV Gestorf – er wechselt zum SC Völksen. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

2011 wurden die A-Junioren-Fußballer des TSV Gestorf Kreisliga-Staffelsieger. Es war der Lohn für jahrelange intensive Jugendarbeit – und der Start einer erfolgreichen Ära im Herrenbereich. Ein Jahr zuvor hatten die Herren des SC Bison Calenberg den Neustart in der 4. Kreisklasse gewagt, mit dem Ziel, zehn Jahre später in der 1. Kreisklasse zu spielen. Lange lagen sie auf Kurs, doch der Trend zeigt derzeit in die andere Richtung. Wie bei Kreisliga-Absteiger TSV Gestorf droht ein personeller Aderlass. Neue Spieler zu finden, ist schwer – ins Unglück stürzt das beide Vereine aber nicht.

„Alles in allem werden uns knapp zehn Spieler verlassen“, sagt TSV-Sprecher Peter Baron. Hoang Tran (beruflich nach Düsseldorf) und Benjamin Kammeyer (SV Mehle) gingen schon im Winter. Tim Symolka (SC Völksen), Justin Grube (FC Eldagsen II), Kevin Goldschmidt (SpVg Hüpede-Oerie), Marvon Kessler (Preußen Hameln) und Ahmet Seegers (Ziel noch offen) gehen ebenfalls. Ob und wann Jochen Sterling und Luca Remmer nach ihren schweren Verletzungen noch einmal zurückkommen, sei offen, so Baron, den zuletzt noch Hinnerk Bothe und Christian Rizor mit der Ankündigung überraschten, ihre Schuhe an den Nagel zu hängen.

„Das kam aus heiterem Himmel“, so Baron, der weiß, dass es schwierig wird, Ersatz zu finden. Bislang kommt nur Alexander Tschöpe von den Bisons. „Wenn man so absteigt, wie wir – was hat man da für Argumente?“

Tobias Mittelgöker wird neuer Trainer beim SC Bison Calenberg. Foto: Bertram

Das Problem ins Gestorf, wie bei den meisten Vereinen: Es fehlt eine A-Jugend. Ein Altherrenteam gibt es auch nicht. „Ohne unsere Zweite hätten wir die Rückrunde kaum überstanden“, sagt Baron, der für die kommende Saison bislang 30 Spieler für zwei Teams hat. Eigentlich zu wenig. Dennoch will Baron wieder zwei Teams melden: „Die Jungs aus der Zweiten wollen ja gar nicht in der 1. Kreisklasse spielen, deshalb sind sie ja in der Zweiten.“ Die Bereitschaft, in der Ersten zu helfen, hätten aber alle signalisiert.

Immerhin: Einen Trainer für die kommende Saison haben die Gestorfer: Bernd Porcarelli kommt von den Bisons, die jetzt einen Nachfolger präsentiert haben: Tobias Mittelgöker. „Tobi ist eine super Lösung für uns, er war ja schon mal hier und kennt die Strukturen“, sagt Bison-Fußballchef Andreas Rinklake. Da er lange auch für den FC Springe aktiv war, habe Mittelgöker auch beste Kontakte zum Kooperationspartner der Bisons.

Mittelgöker übernimmt allerdings keine leichte Aufgabe. Porcarelli hatte in den vergangenen eineinhalb Jahren fast immer mit Personalproblemen zu kämpfen. Einige Leistungsträger werden den Verein im Sommer verlassen. Fest stehen neben Tschöpe bislang Alexander Gutsche (FC Eldagsen) und Frederik Jansen (SV Altenhagen). Timo Rothkopf beendet seine Karriere. Bei dem Quartett wird es voraussichtlich nicht bleiben.

Mit den Zugängen Linus Hoffmann (VfB Eimbeckhausen) Moustapha Boubacar (SC Alferde), Max Braier, Nils Gerlach, Jan Kusibor und Andreas Wolschke (alle ohne Verein) haben die Bisons im Winter etwas für die Breite des Kaders getan. Erster Zugang für den Sommer ist Torwart Domenik Greth von Concordia Alvesrode. „Wir werden kommende Saison wieder 20 Leute haben“, sagt Rinklake, „ob die Qualität für die 2. Kreisklasse reicht, ist die Frage.“ Ihren Zehn-Jahresplan konnten die Bisons also nicht einhalten, „aber die Akkus bei den Verantwortlichen sind noch voll“, verspricht Rinklake.



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