weather-image

Gemeinnützigkeit des TSV Hamelspringe in Gefahr?

HAMELSPRINGE. Um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken und sich der Lebenssituation junger Leute anzupassen, hat der TSV Hamelspringe im vorigen Jahr E-Sport ins Programm aufgenommen und eine eigene Sparte gegründet. Das könnte den Klub im schlimmsten Fall die Gemeinnützigkeit kosten.

Sportsimulationen erkennt der DOSB als Sport an - E-Gaming hingegen nicht. Foto: Huppert
jan

Autor

Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Denn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erkennt E-Sport wie ihn der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD), den die Hamelspringer mitgegründet haben, definiert, nicht an.

Für den ESBD ist E-Sport „das sportwettkampfmäßige Spielen von Video- bzw. Computerspielen, insbesondere auf Computern und Konsolen, nach festgelegten Regeln“, wobei zwei Menschen gegeneinander in Wettkampf treten müssen.

Dem DOSB, der eine 25-köpfige Beratungsgruppe gegründet hatte, die jetzt ihre Ergebnisse veröffentlichte, fehlt dagegen die „eigenmotorische, sportartbestimmte Bewegung“, um E-Sport in Gänze als Sport zu akzeptieren. Die DOSB-Gruppe unterscheidet zwischen Sportartensimulationen – die sie als Sport anerkennen würde – und E-Gaming. Zu letzterem zählen etwa Spiele wie „Counter-Strike“ oder „League of Legends“. Eine Rolle für Vereine spielt das E-Gaming nach DOSB-Ansicht nur bei außersportlichen Angeboten, etwa Ferienfreizeiten.

Vor allem würden jene Spiele „im Widerspruch zu den ethischen Werten des Sports“ stehen. Zudem würde das E-Gaming einer „wirtschaftlich organisierten Unternehmenslogik“ folgen und eine Regelautonomie und Partizipation wie im herkömmlichen Sportsystem nicht zulassen und sei deshalb nicht gemeinwohlorientiert.

„Der Verband soll ja nicht die Spiele-Hersteller und -Verleger unterstützen, sondern die Vereine“, ärgert sich TSV-Vize Sajoscha Hillebrandt und kritisiert: „Es kommt mir so vor, als hätten diese 25 Leute in der Arbeitsgruppe noch nie in einen Verein reingeguckt, der E-Sport anbietet.“ Nach Hillebrandts Ansicht könne man über moderne Angebote die Leute auch zum herkömmlichen Sport bewegen. „Eines unserer E-Sport-Teams hat ein Wochenende lang ein Trainingslager bei uns gemacht. Aber die haben sich 24 Stunden am Tag gezockt, sondern waren auch Laufen und haben in der Turnhalle Zirkeltraining gemacht.“

Sollte die E-Sport-Abteilung tatsächlich die Gemeinnützigkeit des TSV gefährden, „müssten wir 30 Leute rausschmeißen“, sagt Hillebrandt und wundert sich: „Dabei will der DOSB doch die Vereine stärken.“



Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt