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"Fußball ist immer gut"

Springe. So schnell geht es sonst nur bei den Profis: An einem Donnerstag landete Bruno Hauser aus dem brasilianischen Curitiba in Deutschland, am Freitag stand er zum ersten Mal auf dem Trainingsplatz. Allerdings nicht etwa bei einem Bundesligisten, sondern bei den A-Junioren-Fußballern des FC Springe. Der 16-Jährige ist schließlich nicht nur zum Fußballspielen an den Deister gekommen, sondern vor allem um Deutsch zu lernen.

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Seit Ende März lebt Bruno bei einer Gastfamilie in Bad Münder. Bis Ende Mai bleibt er. So lange besucht er als Gastschüler das Otto-Hahn-Gymnasium – und kickt im Springer Bezirksligateam. Er hat gleich gemerkt: Das typisch brasilianische „Joga Bonito“ – also das trickreiche „schöne Spiel“ – ist in Deutschland nicht sehr angesagt. „Hier wird aggressiver und mit mehr Disziplin gespielt“, sagt er, „aber Fußball ist immer gut.“

In seiner Heimatstadt, etwa 400 Kilometer südlich von Sao Paulo, besucht Bruno, dessen Urgroßvater während des Zweiten Weltkriegs nach Brasilien ausgewandert war, eine Schweizer Schule. „Aber wir lernen dort Hochdeutsch“, sagt er. Weil er aber auf einen Schulabschluss hinarbeitet, der weltweit als Hochschulqualifikation anerkannt ist, will er sein Deutsch noch verbessern.

Weil aber lernen nicht alles ist, hat sich seine Gastfamilie darum gekümmert, dass er in Springe auch Fußball spielen kann. „In Brasilien habe ich dafür keine Zeit“, sagt Bruno, „dort spiele ich nur in der Schulmannschaft.“ Aber natürlich ist auch in seinem Freundeskreis Fußball das Thema Nummer 1. Kein Wunder bei der anstehenden WM. Vier Vorrundenspiele werden in der Baixada-Arena in Curitiba ausgetragen. Für die Partie Australien – Spanien hat Bruno Karten. Klar, dass er den Brasilianern die Daumen drückt bei der WM. „Sie sind Favorit. Wenn sie nicht Weltmeister werden, dann Spanien“, sagt er. Und mit einem Augenzwinkern: „Aber Deutschland ist auch gut.“

Von seinen Teamkollegen beim FCS fühlt er sich gut aufgenommen. „Und Paul Nieber“, sagt er, „ist ein sehr guter Trainer. Aber auch anstrengend“, fügt er grinsend hinzu. Fünf Punkte liegen die Springer A-Junioren hinter Spitzenreiter AEB Hildesheim zurück. Bruno ist aber sicher: „Wir werden noch Meister.“ Mit viel Disziplin – und vielleicht auch ein bisschen „Joga Bonito“.jab



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