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FC Eldagsen will zukunftsfähig bleiben

ELDAGSEN. Die Herren in der Landes- und Kreisliga. Die B-Junioren Spitzenreiter in der 1. Kreisklasse, die C-Junioren als Aufsteiger Dritte der Kreisliga – alles prima also bei den Fußballern des FC Eldagsen? Im Moment schon.

Eldagsens Jugendleiter Thomas Kurth macht sich Gedanken um die Zukunftsfähigkeit des FCE. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Aber wir werden in ein paar Jahren Probleme kriegen, Elfermannschaften im Jugendbereich zu bilden“, sagte Thomas Kurth jetzt bei einer Infoveranstaltung des Vereins zum Thema Jugendarbeit.

„Wir haben kein Geld, um jedes Jahr Herrenspieler zu kaufen“, sagte Kurth den nur knapp 20 Zuhörern, „deshalb müssen wir mit eigenen Mitteln was auf die Reihe kriegen.“ Aber wie kriegt man Kinder und Jugendliche in den Verein? Wie hält man sie? Und wer betreut und trainiert sie? Darum ging es bei der Veranstaltung, die der Sozialpädagoge Ulrich Merkert mit einem Vortrag eröffnete.

Dass Jugendlichen die Freizeitgestaltung wichtig sei, weil sie immer weniger Freizeit haben, referierte der Holtenser, der selbst als Leichtathletik-Trainer mit jugendlichen Spitzensportlern arbeitet. „Freunde, Freiheit und Spaß sind die Maxime der Jugend“, zitierte er aus einer Studie von 2017. Das sei ein Ansatzpunkt für Vereine, die sich überlegen müssten, ob ihre traditionell gewachsenen Strukturen flexibel genug seien, um auf die heutigen Bedürfnisse der Jugendlichen zu reagieren.

Pädagoge Ulrich Merkert weiß, wie die Jugend tickt. Foto: Bertram
  • Pädagoge Ulrich Merkert weiß, wie die Jugend tickt. Foto: Bertram

Ein weiteres Thema: Ehrenamt. „Ehrenamtliche kriegen oft keine oder zu wenig Anerkennung“, sagte Merkert. Und: Fähige Ehrenamtliche würden oft verheizt, weil ihnen zu viel Verantwortung übertragen wird – die würden irgendwann aufhören.

Das Problem kennt Kurth: „Die schlimmste Aufgabe des Jugendleiters ist es, jede Saison neue Trainer zu finden“, sagte er. Die Eltern seien gefordert: „Wir brauchen bei den Jüngsten ja keine hochqualifizierten Trainer, sondern Leute, die mit Kindern umgehen und Spaß vermitteln können. Bei den älteren Jugendlichen sei das anders: „Die fordern mit Blick auf den Herrenbereich schon Trainer, die sie weiterentwickeln.“

Was also tun? Vereine müssten sich überlegen, ob „Kooperationen generell sinnvoll sind“, sagte Merkert. Kurth kennt die Antwort: „Wir kommen an den Punkt, wo Kooperationen nötig werden. Wir können ja schon seit Jahren keine reinen Jahrgangsmannschaften mehr bestücken.“

Von den zehn Springer Fußballvereinen machen nur der FCE und der FC Springe noch eigenständige Jugendarbeit, hat Kurth recherchiert. Er habe sich bereits zweimal mit Vertretern der anderen Klubs getroffen, um die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erörtern – zuletzt auch mit Beratern des Niedersächsischen Fußballverbands. Tenor: Eine größere Jugendspielgemeinschaft – nicht nur auf Zeit – ist wohl unausweichlich. „Und da werde wohl auch der alte Rivale aus Springe mit im Boot sein. „Auf dem hohen Ross dürfen wir nicht sitzen bleiben, dass wir sagen: Mit dem und dem spielen wir nicht“, mahnte Kurth.

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