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Wie die Springer Handballer die EM verfolgen

Extremer Kampfgeist als Basis

Springe. Die deutschen Handballer schreiben an ihrem neuen Wintermärchen. Zum ersten Mal seit acht Jahren stehen sie wieder in einem EM-Halbfinale – heute Abend (18.30 Uhr, live im ZDF) geht es gegen die Norweger. Ein Erfolg, der die Fachwelt überrascht – auch die Zweitliga-Handballer der HF Springe.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Wenn man bedenkt, wer alles verletzt ausgefallen ist – eigentlich die gesamte Stamm-Mannschaft. Da ist das Halbfinale eine Mega-Überraschung“, sagt HF-Linksaußen Maximilian Kolditz. Es habe sich mittlerweile als Vorteil herausgestellt, dass Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit der jüngsten Mannschaft des Turniers antritt. „Die sind physisch alle gut drauf“, so Kolditz. „Und dadurch, dass Sigurdsson von der ersten bis zur letzten Minute durchwechselt, bekommt jeder seine Verschnaufpausen.“ Das mache die Deutschen zudem schwer ausrechenbar.

Auch Kolditz’ Teamkollege Lukas Ossenkopp hatte der DHB-Auswahl eine solche Leistung „nicht zugetraut“. Jetzt sei allerdings alles möglich. „Wenn man sieht, was die alles weggesteckt haben – da ist alles drin.“ Die Norweger sind eine ebenso große Überraschung wie die Deutschen. „Die haben Frankreich, Kroatien und Polen geschlagen – die muss man beachten“, sagt Ossenkopp, der wegen des Trainings mit den HF bislang nur ein Spiel der Deutschen sehen konnte: Das Auftaktspiel gegen Spanien, die bislang einzige Niederlage. Wenn heute das Halbfinale steigt, trainieren die Springer wieder. „Ich sehe das als gutes Omen. Und wenn sie das Finale erreichen, lasse ich mir was einfallen, damit ich es am Sonntag nicht gucken kann“, sagt Ossenkopp grinsend.

Ein Dauerthema derzeit auch: die Belastung der Handballer. Bei der EM spielen die Deutschen jeden zweite Tag, kurz nach dem Turnier geht es schon in der Bundesliga weiter. „Das ist schon ein Brett“, sagt Kolditz. Für Ossenkopp ist es ein zweischneidiges Schwert: „Es ist ein Problem, dass die großen Turniere mitten in der Saison liegen. Aber wenn man ehrlich ist, bekommt Handball nur so seine Aufmerksamkeit. Wenn du die Turniere in den Sommer legst, hast du gegen Fußball keine Chance“, sagt der Rückraumspieler. Als größeres Problem sieht er „die aufgeblähte Champions League“.

Ein Team der Namenlosen, dem kaum einer etwas zutraut – was die deutsche Nationalmannschaft vor der EM war, sind die Handballfreunde vor der Rückrunde in der 2. Liga. Was kann das abgeschlagene Schlusslicht also von der EM-Überraschungsmannschaft lernen? „Dass extremer Teamgeist die Basis für den Erfolg ist. Daran kann man immer arbeiten“, sagt Ossenkopp. „Dass man an sich glaubt, auch wenn keiner einem etwas zutraut. Und dass man eine gute Abwehr stellen muss. Gerade weil wir keinen Toptorjäger haben, dürfen wir eigentlich in keinem Spiel mehr als 25 Gegentore zulassen.“



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